Katholische Grundschule Marienloh - Grundschüler in Marienloh, Kreis Paderborn
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Chronik der Schule in Marienloh
von Henner Schmude
 
     
Den frühesten Nachweis einer im Ort befindlichen Schule liefert ein "Abriß der Dorfschaft Marienlohe" mit dem Datum vom 19.Februar 1745. In der die Skizze erläuternden Legende wird unter der Nummer 12 "Das Schulhaus" aufgeführt. Dass bereits zu dieser Zeit in einer kleinen Landgemeinde wie Marienloh, deren Einwohnerzahl im Jahre 1800 gerade einmal 231 Personen betrug, von einem "Schulhaus" gesprochen und daher den Bauernkindern eine schulische Unterweisung geboten wurde, war keineswegs die Regel, zumal der im damaligen Hochstift Paderborn regierende Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen erst mit seinem Edikt vom 31. August 1788 den Weg zu einer allgemeinen Schulpflicht öffnete. "Ein jeder muß nothwendig überzeugt seyn", so seine Anordnung, "daß an den Unterricht der Jugend alles gelegen. Und eben daher befehlen Wir den Eltern und denen, welche bey verweißten (Waisen) Elternstelle vertreten, ihre Kinder ohne Unterschied des Geschlechts von den 5ten oder 6ten Jahre ihres Alters bis zu dessen vollendeten 14ten Jahre zur Schule zu schicken." Von dem Jahre 1770 ab sind die Namen der in Marienloh tätigen Lehrer überliefert. Als erster wird in der Schulchronik Hermann Müller genannt, der von 1770 bis 1802 im Ort unterrichtete.
 
Der im Jahre 1818 infolge einer Anordnung der nunmehr preußischen Administration begonnenen Aufzeichnung der örtlichen Geschehnisse in einer Gemeindechronik wird eine allgemeine Beschreibung der Verhältnisse in Marienloh um 1800 vorausgeschickt: "Doch hat Marienlohe eine Kapelle mit Glocke, ein Schul- und ein Armenhaus. Das Schulhaus ist aus Beiträgen sowohl der Familien von Haxthausen (die Geschwister v. Haxthausen/Dedinghausen verfügten über Grundbesitz im Ort, H.S.) als der Gemeindeglieder erbauet.
 
 
Abb. Nr.1
Abriß der Dorfschaft Marienlohe
 
Das Schulgeld wird aber auf die Schulkinder vertheilt und von deren Eltern bezahlt." In der erwähnten Handskizze von 1745 wird unmittelbar neben dem Schulhaus unter der laufenden Nummer 10 der Legende eine freie Fläche als "Garten zum Schulhaus und sonst gehörig" ausgewiesen. Das, und die Angaben in der Gemeindechronik deuten auf ein ausdrücklich als Dorfschule genutztes Anwesen hin. Anlässlich der Renovierung und der Erweiterung dieses Hauses trägt Franz Pöpperling, von 1812 - 1834 Lehrer in Marienloh, für das Berichtsjahr 1832 in die Ortschronik ein: "Zur Instandsetzung des Schulhauses sind aus der Provinzial=Hülfskasse zu Münster mit Bestätigung Königlicher Regierung zu Minden 350 Kurant (Silbertaler) geliehen. Die Schulhaus Instandsetzung und Unterrichtsstuben Vergrößerung, sowie der Neubau des Stalles, für den Lehrer mit Äbtritten (Toiletten) versehen, ist am 11 ten May verdungen". Und für den vergrößerten Unterrichtsraum waren "10 neue Schul Bänke von Tannen Holz" sowie "1 Lehrer Stuhll und 1 Tafel von dem Schreiner Philipp März gefertigt und geliefert".
     
Der zum 1. Oktober 1878 nach Marienloh versetzte Lehrer Anton Keck aus Dahl (1878 - 1908) begann aufgrund eines Erlasses vom 15. Oktober 1872 eine Schulchronik anzulegen. Auf einem gesonderten Blatt hat er darin eingangs die Namen und Dienstzeiten seiner Vorgänger im Ort überliefert. In seinen ersten Eintragungen in die Chronik zum 15.10.1878 zitiert Keck aus "einem alten Lagerbericht vom 17. Oktober 1812" und bringt erstmals Schülerzahlen, wonach in diesem Jahre 54 Kinder die Schule im Dorfe besuchten. Bei seinem Dienstantritt 1878 unterrichtete Keck allein 99 Kinder, 38 Knaben und 61 Mädchen. Für diese Schülerzahl war der knapp fünfzig Jahre zuvor erweiterte Unterrichtsraum offensichtlich zu eng geworden, denn schon "am 15. Januar 1879 beschloss die hiesige Gemeinde eine Vergrößerung und Veränderung des Schulhauses vorzunehmen", konnte Keck notieren. Diesem Beschluss war ein Ersuchen des Paderborner Landrats Jentzsch an den Amtmann Schmücker in Lippspringe vom 3. Januar 1879 voraufgegangen: "Da einerseits die gegenwärtige Wohnung des Lehrers zu Marienloh zu beengt und mangelhaft, andererseits auch die Schulklasse so klein ist, daß nicht sämmtliche zur Schule gehörigen Kinder gleichzeitig unterrichtet werden können, sondern Halbtagsschule stattfinden muß, auf deren Besittigung indessen Bedacht zu nehmen ist: so ersuche ich Euer Wohlgeboren, mit der Schul- und Gemeinde-Vertretung von Marienloh wegen Erweiterung des Schulhauses in Verhandlung zu treten. Es empfiehlt sich ein Anbau mit Schulklasse, welcher - für die Zahl der Schulkinder ausreichend groß herzustellen ist, wonächst dem Lehrer die gegenwärtige Schulklasse zur Erweiterung seiner Wohnung überlassen werden kann."
 

Das Schreiben des Landrats weist auf zwei Gegebenheiten hin, die damals weithin die Unterrichtspraktik in den Landschulen prägten. Zum einen stand für alle schulpflichtigen Kinder einer Ortschaft häufig lediglich ein Unterrichtsraum zur Verfügung, in dem alle acht Jahrgänge zur gleichen Zeit beschult wurden. Andererseits richtete man in den Fällen, wo aus Platzmangel nicht alle Kinder "gleichzeitig unterrichtet werden können", eine so benannte Halbtagsschule ein.

In dieser Halbtagsschule wurden die 4.bis 8. Schuljahre in einer Oberklasse geführt, die im Sommerhalbjahr von 7.00 bis 11.00 Uhr Unterricht erhielt. Im Winterhalbjahr, von Oktober bis April, verschob sich der Unterrichtsbeginn für alle um eine Stunde, beginnend um 8.00 Uhr. Die Unterklasse, das 1. bis 3. Schuljahr wurde am frühen Nachmittag von dem Lehrer unterrichtet.

 
 
Abb. Nr. 2
Ersuchen des Landrats Jentzsch an den Amtmann Schmücker in der bis 1941 gültigen Deutschen Schreibschrift
 
Für die unteren Jahrgänge war der Unterrichtsbeginn in der zweiten Tageshälfte eine besondere Belastung. Nicht nur, dass die Kinder den Vormittag zum Spiel oder anderen Beschäftigungen genutzt hatten. Vielen, vor allem den Lernanfängern, bereitete nach der Mittagszeit die Konzentration auf das Unterrichtsgeschehen erhebliche Schwierigkeiten. Als nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges vielerorts auch in den Städten aus Raumnot Nachmittagsunterricht erteilt werden musste, mussten die gleichen Erfahrungen wieder gemacht werden.
     
Die Einrichtung einer Halbtagsschule erfolgte nur auf Anordnung der Bezirksregierung in Minden. Der Hinweis des Landrats, dass auf die "Beseitigung" der Halbtagsschule "Bedacht zu nehmen ist", macht deutlich, dass die Halbtagsschule stets eine zeitlich begrenzte Notmaßnahme war. Schließlich bedingte diese Umorganisation des Unterrichts eine nicht unerhebliche Verkürzung der Stundentafel für alle Jahrgänge. Sobald die Schülerzahl unter 80 fiel, verfügte die Regierung deshalb die Rückkehr zum einklassigen Unterrichtsbetrieb. In der einklassigen Schule erhielten alle acht Jahrgänge der Volksschule ihren Unterricht am Vormittag.
     
Den Unterricht führte der "Alleinstehende Lehrer" durch, dessen wöchentliche Pflichtstundenzahl 30 betrug, die auf die 6 Werktage der Woche aufgeteilt waren. Die Arbeit in der einklassigen Volksschule stellte hohe Anforderungen an die didaktische und die methodische Kompetenz des Lehrers. Überdies konnten seine Bemühungen lediglich dann von Erfolg begleitet werden, wenn er mit pädagogischem Gespür und Geschick auf die ihm anvertrauten Kinder unterschiedlicher Altersgruppen zuzugehen verstand. Im preußischen Lehrerseminar gründlich auf seinen Beruf vorbereitet - der Großteil der hiesigen Volksschullehrer hatte sei ne Ausbildung in dem von 1825 bis 1925 in Büren bestehenden "Schul Lehrer=Seminar" absolviert - hatte jeder Volksschullehrer vom Erstlese- über den Rechen-, den Erdkunde- und den Geschichtsunterricht bis zu den naturwissenschaftlichen Fächern den gesamten Fächerkanon der Volksschule zu vertreten. Die Leibeserziehung, den Religions- und den Gesangsunterricht eingeschlossen. Zusätzlich im Orgelspiel ausgebildet, "orgelten" die meisten Seminaristen in allen Gottesdiensten ihrer Pfarrgemeinden, so auch in Marienloh.
     
Für die un- oder wenig gegliederten Landschulen boten die Schulbuchverlage entsprechend konzipiertes Unterrichtsmaterial an. Das noch manchem sobenannte "Realienbuch" mit den Teilen Geschichte, Erdkunde, Naturkunde und Naturlehre in einem Bande ermöglichte Generationen von Volksschülern den Erwerb eines soliden Grundwissens. Kern der Unterrichtsvorbereitung in der einklassigen Schule war neben der altersbezogenen Strukturierung des Lernpensums die effiziente Organisation des Unterrichtsablaufes. Außer einem breit angelegten Fachwissen musste der allein stehende Lehrer die Unterrichtsdifferenzierung beherrschen, wollte er vor Ort als "Schulmeister" anerkannt werden. Die Öffentlichkeit in den kleinen und überschaubaren Schulgemeinden begleitete aufmerksam seine Bemühungen, die Sechsjährigen in die Kunst des Lesens und Schreibens einzuführen , den Zwölfjährigen die Dezimalbruchrechnung beizubringen und die Vierzehnjährigen mit den Grundbegriffen der Biologie oder der Physik vertraut zu machen.
     
Häufig saßen vom Montag bis zum Sonnabend gleichzeitig 50 und mehr Kinder zusammen in den Bänken. Die Schülerjahrgänge in Abteilungen zusammengefasst, arbeitete jeweils eine der Abteilungen direkt mit dem Lehrer, währenddessen die anderen in der Stillarbeit die angebotenen Lernstoffe vertieften. Die Stillarbeit der Jüngeren, insbesondere der Lernanfänger, betreuten Helfer aus den Reihen der älteren Schülerinnen und Schüler. Auch der durch eine längere Erkrankung entstandene Aufholbedarf oder die punktuelle Lernschwäche Einzelner konnten durch das Helfersystem ausgeglichen werden. Um Erfolg zu haben, mussten die Schüler lernen, sich zielgerichtet zu konzentrieren und selbständig zu arbeiten. Rücksichtnahme auf die still Arbeitenden und Sozialverhalten in der Betreuung von Jüngeren oder Leistungsschwächeren wurden so zu Selbstverständlichkeiten, ohne die in dieser Schulform das Leben und Lernen kaum möglich waren.
     

Neubau der Einklassigen Volksschule
Der von Landrat Jentzsch dem Amtmann Schmücker vorgeschlagene Anbau eines größeren Klassenraumes an das derzeitige Gebäude erwies sich als unzweckmäßig, "weil diese Bauerei aber sehr hoch (11.000 M) veranschlagt war, so nahm die Gemeinde Abstand von dem angeführten Plan und beschloss, das alte Haus abzubrechen und auf dessen Stelle ein ganz neues Schulhaus mit Wirtschaftsraum zu errichten", schrieb Lehrer Keck in die Schulchronik. Bei dem Altbau muss es sich um einen einfachen Fachwerkbau gehandelt haben, denn der am 14. Mai 1880 begonnene Abriss war bereits nach vier Tagen abgeschlossen, sodass "der Grundstein zum Neubau am 29. Mai 1880 gelegt" werden konnte. Am Nikolaustag desselben Jahres konnte Vikar Pollmeyer dem Schulhaus den kirchlichen Segen erteilen.

 

Nach der dritten und abschließenden Aufteilung der seit dem Mittelalter gemeinschaftlich genutzten Hudeflächen im Jahre 1854 gehörten zu der "Schullehrerstelle" in Marienloh rund 4 Morgen Ackerland. Infolge der äußerst eingeschränkten Möglichkeiten des Zukaufs und dem verbreiteten Mangel an Bargeld war die Lehrerfamilie auf dem Lande, wie alle anderen auch, weitgehend auf die Selbstversorgung mit Lebensmitteln angewiesen. Dem entsprachen auch die Räumlichkeiten des Neubaus, und Keck spricht deshalb von einem Wirtschaftsraum.

 
 
Abb. Nr. 3
Die Knabenschule am Senneweg
"Beim Neubau des Schulgebäudes ist an die Dienstwohnung eine Scheune mit großem Einfahrtstor, Scheunendeel, Wirtschaftsboden, Bühnen für Korn, Ställe für mehrere Schweine und Kühe eingebaut; auch die alte Schule vor 1880 hatte Wirtschaftsgebäude", hat Lehrer Friedel in einer Eingabe am 10.11.1922 an die Regierung das zur Dienstwohnung gehörende Gebäude beschrieben. Eine Fläche von dem seit 1854 zur Stelle gehörenden Schul- oder auch Dienstlandes wurde 1906 zur Anlage des Bahnhofes- von der Gemeinde verkauft. Als Schulland verblieben waren dort etwa 2 1/4 Morgen Feldland.
     
Wie auch seine Vorgänger, war Anton Keck 1878 als "Alleinstehender Lehrer" nach Marienloh gekommen. Als Alleinstehender Lehrer war er Schulleiter und Klassenlehrer in Personalunion. In dieser Doppelfunktion erhielt er zu seinem Gehalt eine "Nichtruhegehaltsfähige Stellenzulage". Aufgrund der für den Volksschullehrer verbindlicher Residenzpflicht hatte er in seinem Dienstort eine Wohnung zu nehmen. Mit der Einweisung in die Dienstwohnung nahm er zugleich die Aufgaben eines Hausverwalters für die gesamte Anlage wahr. Das blieb in Marienloh so, bis 1969 die Stadt Paderborn die Schulträgerschaft übernahm und einen Hausmeister anstellte.
     
Neben dem Kreisschulinspektor (Schulrat) als Aufsichtsinstanz für die Volksschulen fungierte in Preußen auf örtlicher Ebene bis 1918 der Lokalschulinspektor. Im § 1 der von der Königlichen Preußischer Bezirks=Regierung in Minden am 31.12.1826 verfügten "Instruction für Schullehrer" war dessen Funktion definiert: "Der Prediger (Pfarrer) ist überall als Lokal=Inspector der nächste Vorgesetzte des Schullehrers, sowohl in Schul- als auch in Kirchen=Angelegenheiten, sofern mit dem Schulamt auch ein Kirchendienst (Organistenamt) verbunden ist". Explizit beschreibt der § 2 das Vorgesetztenverhältnis: "Der Schullehrer ist daher dem ihm vorgesetzten Prediger (Pfarrer) in allen Amtsangelegenheiten Gehorsam schuldig, und hat sich in allem, was seine Amtsführung betrifft, zunächst an ihn zu wenden". Der Lokalinspektor kontrollierte die Einhaltung der Unterrichtszeiten, dazu bestimmte der § 17: "In jeder Schule muß sich ein schön geschriebener und reinlich gehaltener Lektionsplan (Stundenplan) aufgehängt befinden.“
     
Nachdem Marienloh am 24. März 1894 zur selbstständigen katholischen Pfarrei erhoben war, wurde der Pfarrer Ahlemeyer durch die Verfügung der Bezirksregierung zum Lokalschulinspektor in der Gemeinde Marienloh bestellt. Mit dem Ende der Monarchie 1918 gehörte auch die örtliche Schulaufsicht durch Geistliche der Schulgeschichte an.
     
Ein Erlass aus dem Jahre 1907 hatte die Durchführung des Turnunterrichtes an den Volksschulen auch in der Winterzeit für die älteren Jahrgänge vorgeschrieben. Das führte in Marienloh zur Einrichtung eines "Turnplatzes". Neben der Schule bauten Handwerker ein Reck und einen Barren auf. Dazu kam noch eine mit hellem Sennesand gefüllte Grube für den Weit- und den Hochsprung. Zwei Sprungständer mit einer Sprungschnur vervollständigten diese Anlage. Konnten dann noch ein Ball oder mehrere angeschafft werden, so war das schon eine brauchbare Ausstattung für den Schulsport. Das blieb bis weit in die 1950er Jahre hinein die Standardausrüstung vieler Schulen auf dem Lande. Turn- oder gar Schwimmhallen zu bauen und zu unterhalten war bis dahin keine Landgemeinde oder Kleinstadt finanziell in der Lage.
     
Die Errichtung der Mädchenschule
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg in Marienloh die Zahl der schulpflichtigen Kinder dergestalt an, dass die Bezirksregierung die Gemeinde zur Einrichtung einer zweiten Lehrerplanstelle drängte. Längst war wieder die Halbtagsschule eingeführt worden, 1910 besuchten 114 Kinder die Schule. Mit der Schaffung der 2. Lehrerstelle war zwangsläufig auch die Raumfrage für eine zweite Unterrichtsklasse gestellt, was wegen der damit entstehenden Kosten keineswegs auf einmütige Zustimmung im Dorf stieß. Das musste auch Joseph Friedel, seit 1909 Stelleninhaber, erfahren. Dennoch gab er nicht nach und nach mehrfachen Verzögerungen wurde dann doch zum 1. April 1913 die zweite Planstelle genehmigt und mit der Lehrerin Elisabeth Jakobi besetzt. Am westlichen Rande des Lehrergartens war derweil der Neubau im Entstehen, in dem am 17. Oktober 1913 die Lehrerin Jakobi mit einer Klasse von 51 Mädchen - daher die heute noch ortsübliche Bezeichnung Mädchenschule - den Unterricht aufnehmen konnte. Marienloh hatte nun eine zweiklassige Schule mit einem "Ersten Lehrer" und einer weiteren Lehrkraft. Nun war man auch in der Lage, die zu der Zeit unerwünschte Koedukation aufzugeben. Der Schulchronist Friedel schreibt dazu: "Auf Anordnung des Kreisschulinspektors Schulrat Brand hört nunmehr der Halbtagsunterricht auf und die Trennung der Geschlechter wird 'nach der im Kreise Paderborn üblichen Weise' eingeführt. Der Lehrer behält die 6 oberen Jahrgänge Knaben, die Lehrerin bekommt die 6 oberen Jahrgänge Mädchen, die 2 unteren Jahrgänge bleiben zusammen und werden von den Lehrpersonen gemeinsam in 12 Unterrichtsstunden unterrichtet."
     
Der wöchentliche Stundenplan für die Oberklasse der Jungen sah 5 Stunden Religion, 8 Std. Deutsch, 5 Std. Rechnen/Raumlehre, je 1 Stunde Geschichte, Erdkunde, Naturlehre, Gesang und Zeichnen sowie 2 Stunden Turnen vor. Die Mädchenklasse erhielt keinen Unterricht in Raumlehre und eine Turnstunde weniger, dafür 2 Std. Hand- oder Nadelarbeit. Für die weiterhin koedukativ geführten ersten und zweiten Schuljahre wies der Stundenplan 12 Wochenstunden, 2 Std. Religion, 3 Std. Rechnen, 6 Std. Deutsch und eine Stunde Gesang aus. Im Rahmen des Deutschunterrichtes wurde in besonderen Übungen das "Schönschreiben", die Ausformung und Pflege der persönlichen Handschrift, betrieben.
 

Zwischen den beiden Weltkriegen war die Schülerzahl in Marienloh rückläufig und zum Beginn des Schuljahres 1939/40 auf 70 Kinder zurückgegangen. Auf den Antrag der Gemeinde hin, sie trug durch Zahlungen an die Landesschulkasse Teile der Lehrerbesoldung direkt mit, wurde die 2. Planstelle gestrichen. Der Lehrer Heinrich Nolte (1887-1964), der 1927 dem im Vorjahr verstorbenen Joseph Friedel als Stelleninhaber gefolgt war, war nun Alleinstehender Lehrer wie seine Vorgänger. Jedoch, während des 1939 ausgebrochenen 2.Weltkrieges stieg durch Zuzüge von Familien die Schülerzahl wieder an, und kam zum Schuljahresbeginn 1943/44 auf 92 Kinder. Daraufhin richtete die Regierung die 2. Planstelle wieder ein und besetzte sie mit der Lehrerin Elisabeth Claus. Nunmehr wurden alle Jahrgänge koedukativ geführt und unterrichtet. Die Klasse 1, die 1. - 4. Schuljahre, übernahm die Lehrerin Claus, das fünfte bis achte Schuljahr, die Klasse 2, Lehrer Nolte.

 
 
Abb. Nr. 4
Die Mädchenschule von 1913 an der Detmolder Straße
Als Beitrag zur Versorgungslage der Bevölkerung und zur Erfassung von Altmaterialien für die Rüstungsindustrie wurden während der Kriegsjahre von den Schulkindern regelmäßig Heilkräuter-, Spinn- sowie Wertstoffsammlungen und Kartoffelkäfersuchaktionen durchgeführt. Mit der Aufnahme der ersten bombengeschädigten Familien im Ort wurden die Auswirkungen des Luftkrieges deutlich. Im vorletzten Kriegsjahr, 1944 rückte der Krieg näher und der Ortschronist verzeichnete in Marienloh 108 Fliegeralarme. Zwangsläufig litt darunter der Schulbetrieb, da mangels ausreichender Schutzräume in den beiden Schulhäusern die Kinder jedes Mal die in ihren Elternhäusern eingerichteten Luftschutzkeller aufsuchen mussten. In der Endphase des Krieges sollten sich diese Belastungen noch verstärken, vom 1. Januar bis zum 30. März 1945 sind im Marienloher Alarmkalender 63 Luftalarme und ein verlustreicher Bombenangriff Anfang Januar aufgezeichnet. Mit der Entlassung der Vierzehnjährigen am 28. März schloss vorerst die Schule.
     
Unmittelbar nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen am 3. April 1945 in Marienloh quartierten sich diese in der Mädchen- und in der Knabenschule ein. Für die schulpflichtigen Kinder begann damit ein sechsmonatiger Unterrichtsausfall. Zuvor, vom 11. Dezember 1944 bis zum 29. Januar 1945 hatten die Kinder wegen des Fehlens von Heizmaterial bereits "Kohlenferien" gehabt. Die Besatzungsmacht, seit dem Frühsommer die britische Militärregierung in Hannover, benötigte Zeit, um das gesamte Schulwesen neu auszurichten und wieder funktionsfähig zu machen. Dazu gehörte, das Lehrpersonal und die Schulverwaltungen auf mögliche NS-Belastungen zu überprüfen und mit besonderen Schuloffizieren eigene Aufsichtsinstanzen einzurichten. Unter strikten Vorgaben, "kein Lehrer darf unterrichten, wenn er nicht vom H.Q. (Hauptquartier) zugelassen ist" und "kein Lehrbuch da darf gebraucht werden, wenn es nicht von der Kontroll=Kommission gebilligt ist" - so die Besatzungsbehörde - konnte endlich zum 1. Oktober 1945 in Marienloh der Unterricht für die Jahrgänge 1 bis 4 begonnen werden. "Am 26.10. wurde auf Anordnung der Militärregierung auch der Unterricht der Oberstufe aufgenommen", konnte Lehrer Nolte er leichtert in die Schulchronik eintragen.
 

In der alle bedrückenden Zeit unmittelbar nach Kriegsende standen Schüler und Lehrer vor bis dahin ungekannten Problemen. "Die Kinder müssen sich erst wieder am die Schule gewöhnen, an Ordnung, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Stillsitzen und Achtgeben", stellte der Schulchronist fest. Zudem waren die Arbeitsbedingungen kaum beschreibbar. Verständlicherweise waren von der Besatzungsmacht rigoros alle Schulbücher aus der NS-Zeit verboten worden, andere aber nicht greifbar. "Wir fingen an ohne Schulbücher", beschreibt Lehrer Nolte den schulischen Alltag und fährt fort: "Hefte, Federn, Tafeln (für die Lernanfänger) und Griffel waren sehr schwer zu beschaffen. Erst im neuen Jahre gab es für jedes 2. oder 3. Kind eine Fibel, ein Rechenbuch und ein Lesebuch."

 
 
Abb. Nr. 5
Erklärung des Lehrers Heinrich Nolte vom 18.09.1945
Der in Paderborn stationierte britische Schuloffizier beaufsichtigte die Schulen und hatte dafür jederzeit und unangekündigt Zutrittsrecht zu den Schulgebäuden und Klassenräumen. Zu all dem hinzu kam die allgemeine Not im Nachkriegsdeutschland. Das Ausmaß dieser Bedrängnis machte eine Weisung des Schuloffiziers an den Landrat in Paderborn vom 30.09.1945 deutlich: "Es wird Ihnen nochmals die Warnung erteilt, dass Heizmaterial wie Kohle oder Koks für das Heizen der Schulen in diesem Winter nicht, ich wiederhole NICHT zur Verfügung gestellt wird. Es sind daher alle Vorbereitungen zu treffen, dass ein Holzvorrat jeder Schule zur Verfügung steht." Daraufhin ordnete der Landrat an, "dass Gruppen von Kindern entsprechenden Alters unter genehmigten Lehrern zusammengestellt werden, um geeignetes Abfallholz zum Heizen der Schule zu sammeln." Im Sommer 1946 waren die ersten aus den deutschen Ostprovinzen vertriebenen Familien in Marienloh aufgenommen worden. Mit der nun ansteigenden Zahl der schulpflichtigen Kinder wuchs auch der Anteil der evangelischen Schüler auf 28 an, so dass der pensionierte Lehrer Wellpott aus Bad Lippspringe erstmals in Marienloh evangelischen Religionsunterricht planmäßig erteilte.
     
Unter Bruch der Bestimmungen des 1933 zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan abgeschlossenen Konkordats war mit Beginn des Schuljahres 1939/40 auch in Marienloh die katholische Volksschule in eine Gemeinschaftsschule mit der Benennung Volksschule Marienloh umgewandelt worden. Im Frühjahr 1946 ordnete die britische Militärregierung in ihrer Besatzungszone eine Abstimmung über die Wiedereinführung der Bekenntnisschulen im Sinne des Reichskonkordats an. Dazu hatten die Erziehungsberechtigten in einer schriftlichen Erklärung ihren Wunsch nach Einrichtung einer konfessionellen Schule zu bekunden. Die Stimmen derjenigen, die sich nicht an der Abstimmung beteiligten, wurden als Voten für die Beibehaltung der Gemeinschaftsschule bewertet. "Nur für 2 evangelische Kinder in Marienloh wurde keine Erklärung abgegeben", hielt der Schulchronist fest. Ein Jahr darauf zitierte er die Verfügung des Regierungspräsidenten in Minden vom 6. August 1947: "Die aus öffentlichen Mitteln unterstützten Volksschulen des Kreises Paderborn erkläre ich auf Grund der Erziehungsanordnung Nr. 1 der Militärregierung vom 14. Januar 1946, Abschn. II, Ziff. 3, sowie auf Grund des Abstimmungsergebnisses der Elternschaft zu Bekenntnisschulen. Da in diesen Volksschulen nur oder in erdrückender Mehrheit katholische Schulkinder vorhanden sind, werden sie katholischen Volksschulen benannt."
 

Mit dem 12. Januar 1947 ist eine bis dahin unbekannte Einbindung der Erziehungsberechtigten in die Arbeit der Schule datiert. In dem 1946 gebildeten Land Nordrhein-Westfalen fanden an diesem Tage erstmals überhaupt Wahlen zu Elternbeiräten statt. Darüber berichtet die Schulchronik: "Auf Anordnung des Regierungspräsidenten in Minden muss für jede Schule ein Elternbeirat gewählt werden. Am 12.1. fand eine Elternversammlung in der Schule statt. Da nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde, war eine Wahl nicht notwendig."

 
 
Abb. Nr. 6
Noch ohne Landeswappen: Der erste Schulstempel 1948
Dann folgen die Namen der gewählten Väter: "l. Wilhelm Deppe, 28, Vorsitzender, 2. Wilhelm Schäfers, 34, Sattler, 3. Johannes Düsterhaus, 48, Bauer, 4. Bernhard Greitemeier, 38, Wiesenmeister, 5. Anton Hartmann, 21, Stellmacher." Die Zahlen hinter den Personen beziehen sich auf die Nummern der Wohnhäuser, als Adressenangabe war das zu der Zeit üblich.
     
Zum Schuljahresbeginn 1948/49 besuchten 131 Kinder die Katholische Volksschule in Marienloh. Mit der bislang praktizierten Aufteilung der Schüler in zwei Klassen ließ sich diese Anzahl nicht mehr in den beiden vorhandenen Unterrichtsräumen unterbringen. Notgedrungen erfolgte darum erstmals die Bildung von 3 Klassen. In der Klasse 1 waren die 43 Mädchen und Jungen des ersten und zweiten Schuljahres, in der Klasse 2 die 40 des 3. und 4., und in der Klasse 3 die 48 Kinder des 5. - 8. Schuljahres zusammengefasst. Der Raummisere wegen musste auch nachmittags unterrichtet werden.
 

Da die für die dritte Klasse benötigte Lehrkraft nicht genehmigt wurde, erteilten Lehrer Nolte und Frl. Claus über ihre Pflichtstundenzahl hinaus unentgeltlich Mehrstunden. Nur eingeschränkt, aber mit großem Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Kindern und viel Improvisationsgeschick ließ sich überhaupt der Unterricht organisieren und durchführen. Als dann zum Schuljahr l949/50 die Statistik 155 Schulpflichtige nachwies, wurde die Gemeinde tätig.

 
 
Abb. Nr. 7
Lehrer Nolte mit seiner Klasse (Jahrgänge 1935 – 1938)
Zu der Sitzung des Gemeinderates vom 3. April 1949 bestand die Tagesordnung aus nur einem Punkt: "Nach vorhergehender Beratung wurde die Einrichtung einer 3. Schulstelle beschlossen.“ Unter welchen Bedenken wegen der Beteiligung der Gemeinde an der Stellenfinanzierung dieser Beschluss zustande gekommen war, zeigt der nachfolgende Satz: "Falls Veränderungen auftreten, wird die Schulstelle wieder aufgegeben.“ Nun konnte die 3. Planstelle mit dem Junglehrer Theodor Fockele aus Paderborn besetzt werden.
     
Mit dem Ende des Schuljahres 1951/52 hatte der Schulleiter, Lehrer Heinrich Nolte, die Pensionierungsgrenze erreicht und ging in den Ruhestand. Am 1. April 1952 trat Johannes Menke die Nachfolge an. Da an der Volksschule Marienloh 3 Lehrerplanstellen geführt wurden, nahm J. Menke den Dienst als Hauptlehrer auf.
     
Eine dreiklassige Schule in drei Schulhäusern
Durch die Bildung der dritten Klasse war ein Raumbedarf offenkundig geworden, der sich mit der Fortführung des Nachmittagsunterrichtes nicht dauerhaft ignorieren ließ. Jedoch, die gesamtwirtschaftlich immer noch äußerst schwierigen und labilen Nachkriegsjahre ließen für die finanziell schwache Landgemeinde Marienloh eine zukunftsweisende und großzügige Lösung der Schulraumfrage als kaum denkbar erscheinen. Außerdem hatte, wenn auch erst schleppend anlaufend, der Wegzug der Bombengeschädigten in ihre Heimatgemeinden begonnen, und nicht nur viele Ostvertriebene hatten zu der Zeit die Hoffnung auf ihre Rückkehr in ihre angestammte Heimat in Schlesien oder Ostpreußen noch nicht aufgegeben.
     
Gleichsam als Übergangslösung bot sich hier die Anmietung des damals am heutigen v. Haxthausen Weg stehenden Pfarr- und Jugendheimes an. So fasste der Gemeinderat am 22. Juni 1953 folgenden Beschluss: "Die Gemeinde Marienloh beabsichtigt, im kommenden Herbst im Jugendheim einen Raum zur Einrichtung eines Klassenzimmers für die Volksschule zu pachten." Zugleich gab man die bislang übliche Möblierung der Klassenräume mit stabilen, von örtlichen Tischlern gefertigten 4-, 6- und auch 8-sitzigen Bänken samt dazugehörigen entsprechend langen Schreibpulten auf. Der Drehstuhl, zu der Zeit als Neuheit von maßgeblichen Pädagogen favorisiert, sollte zur Auflockerung des traditionellen Frontalunterrichtes beitragen und damit modernen Unterrichtskonzeptionen zum Durchbruch verhelfen.
     
Dennoch, letztlich beschafft wurden dann 30 einfache Stühle. Ob das aus Kosten- oder anderen Gründen erfolgte, muss offen bleiben. Immerhin, die sprichwörtlich gewordene Schulbank war mit dieser Anschaffung auch in Marienloh zu einem Teil, der Schulgeschichte geworden. Der Unterricht in der dreiklassigen Volksschule in Marienloh fand jetzt an drei voneinander getrennten Örtlichkeiten statt. Das konnte sowohl in pädagogischer als auch in wirtschaftlicher Sicht keine Lösung von Dauer sein. Zumal, wie zunächst noch erwartet, die Schülerzahl nicht nur keine fallende, sondern eher eine leicht steigende Tendenz erkennen ließ.
     
Die steigende Bevölkerungszahl der Gemeinde veranlasste diese bereits im Jahre 1913 in unmittelbarer Nähe der Knabenschule eine neue Mädchenschule zu bauen. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges setzte eine rege Siedlungstätigkeit auf der Klusheide ein. Die Zahl der Bevölkerung wuchs auf 900, die Zahl der Schulkinder auf 140. Die Einrichtung eines 3. Klassenzimmers im Jugendheim wurde notwendig. Der durch die starke Entwicklung des Kraftwagenverkehrs auf der Bundesstraße 1 verursachte Lärm machte einen ungestörten Unterricht in den vorhandenen Schulgebäuden unmöglich.
     
Für die Gemeinde bestand somit Handlungsbedarf, da auch die Knabenschule am Senneweg nach mehr als 70-jähriger Nutzung dringend einer Renovierung bedurfte. Darum hatte sich der Gemeinderat erstmals schon am 5. August 1950 mit der Frage beschäftigt, "eine neue 2-klassige Volksschule mit der Möglichkeit einer Erweiterung auf 3 Schulräume zu errichten. Voraussetzung hierfür ist, dass zunächst ein entsprechendes Baugrundstück vorhanden ist."
     
Der Neubau einer dreiklassigen Volksschule
Bei der Suche nach einem ausreichend großen und abseits der Bundesstraße l mit ihrem ständig zunehmenden Verkehrslärm gelegenen Baugrundstück fand sich schließlich auf der Sommerbrede ein Areal in der Größe von 4300 m². Der Eigentümer, der Bauer Franz Düsterhaus (Rheker), Hausnummer 9, zeigte sich einverstanden mit der Abgabe dieser Fläche an die Gemeinde. Auf dem Tauschwege erhielt Düsterhaus dafür das am Bahnhof liegende Schulland in der Größe von 5656 m².
     
Der danach neu angelegte Weg - heute Sommerbrede - erschloss als Schulweg die Zufahrt zu dem künftigen Schulgelände. Aufgrund der sich seit Jahren festigenden Schüler- und damit der Klassenzahl, sowie der kostenneutral geklärten Bauplatzfrage, konnte der Gemeinderat am 15.12.1953 beschließen, durch da« Staatshochbauamt einen Entwurf für einen Volksschulneubau fertigen zu lassen»
     
Daraufhin legte der Baurat Steinbiß am l8. Februar 1953 einen Vorentwurf mit diesem Raumprogramm vor: "3 Schulklassen, 1 Gruppenzimmer, 1 Lehrerzimmer, Kachelofenheizung, 2 Wannenbäder, Brausebäder, 1 Lehrerdienstwohnung, 1 Dienstwohnung für Lehrerin, Lehrküche und Unterstellraum für Feuerwehrspritze." Die Baukosten für das Projekt schätzte Steinbiß auf rund 2oo.ooo DM ein. Den Verkaufserlös für die beiden bestehenden Schulhäuser setzte er mit 45.000 - 50.000 DM an. Die zu erwartenden staatlichen Fördermittel mussten durch ein aufzunehmendes Darlehen aufgestockt werden.
     
Am 4. Januar 1954 vergab der Gemeinderat den Planungsauftrag zum Bau der Schule nach dem vorstehenden Raumprogramm an den Architekten Josef Becker aus Paderborn. Anfang August erfolgte dann der obligatorische "Erste Spatenstich" durch die örtlichen Honoratioren. Für eine kleine Dorfgemeinschaft wie in Marienloh bedeutete ein Bauwerk in dieser Größenordnung nicht nur in finanzieller Hinsicht ein "Jahrhundertprojekt". Ausführlich schreibt dazu der Schulchronist Johannes Menke: "Am Sonntag,19. Sept. 54, wurde feierlich der Grundstein gelegt und vom Rel.-Dozenten Pollmann in Vertretung von Pfarrer Stracke eingesegnet im Beisein von den Schulkindern, den Lehrpersonen, der Gemeindevertretung, dem Amtsdirektor, dem Architekten, den Bauleuten, den Einwohnern. Die Feier wurde umrahmt von Liedern und Gedichten der Schulkinder."
     
Im Verlauf der Feierstunde verlas Bürgermeister Füller den Text der Urkunde, die, in einer kupfernen Hülse gesichert, in die Grundmauer eingelassen wurde. Weil in der Urkunde wesentliche Angaben zur Vorgeschichte, zur Ausführung des Bauwerks sowie der daran Beteiligten überliefert sind, folgt hier der Wortlaut: "In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates von Marienloh am 19. September 1952, an der Ferdinand Füller als Bürgermeister, Ludger Finke, Karl Fischer und Viktor Messias als Ratsmitglieder sowie Amtsdirektor Dr. Josef Rose aus Altenbeken als Protokollführer teilnahmen, wurde der einstimmige Beschluss gefasst, eine neue dreiklassige Volksschule zu bauen.“ Dieser Beschluss wurde in einer Bürgerschaftsversammlung am l0. April 1953 von den zahlreich erschienen Männern der Gemeinde einstimmig gebilligt.
Nach Aufstellung und Genehmigung des Finanzierungsplanes in Höhe von 190 000 DM durch die Bezirksregierung in Detmold wurde am 2. August 1954 mit dem Bau begonnen, zu einer Zeit, als Dr. Lorenz Jäger Erzbischof von Paderborn, Josef Stracke Pfarrer in Marienloh war, die Schule von Johannes Menke geleitet wurde und Frl. Elisabeth Claus und Theodor Fockele als Lehrkräfte an der Schule tätig waren.
     
Mit der Planung und Bauleitung wurde der Architekt B. D. A. Josef Becker, Paderborn, Bleichstraße, beauftragt. Maurer-, Beton-, Stahlbeton-, Putz- und Entwässerungsarbeiten führten in Arbeitsgemeinschaft die Firmen Erich Kleinschlömer, Paderborn und Konrad Mollet, Marienloh aus. Die Zimmerarbeiten führte Firma Spohn, Paderborn, aus, Dachdeckerarbeiten die Firma August Buch, Bad Lippspringe und Klempnerarbeiten die Firma Joh. Lütkehaus, Marienloh.
     
„Möge diese Schule zur Ehre Gottes, zum Wohle der Gemeinde und zum Nutzen der Kinder gereichen. Marienloh, 19. September 1954 (Unterschriften)". Fast auf den Tag genau, am 24. September 1955, konnte die neue Volksschule "Am Wäldchen" von dem katholischen Ortsgeistlichen Pfarrer Stracke gesegnet und dann voll in Nutzung genommen werden. Wie im Raumprogramm vorgesehen, waren im Kellergeschoß Wannen- und Brausebäder zur Benutzung durch die Einwohnerschaft eingebaut. Den Badebetrieb beaufsichtigte der bei der Gemeinde angestellte Amtsgehilfe. Dem Beschluss des Gemeinderates zufolge hatte der Benutzer für ein Wannenbad 0,50 DM, für das Brausebad 0,30 DM zu entrichten.
     
Mit einem separaten Eingang vom Wäldchen her war ebenfalls im Kellergeschoß eine Anlage mit Gefrierfächern installiert. Diese wurde gegen einen jährlichen Pachtzins von 150,00 DM von der Gefriergenossenschaft Marienloh betrieben. Als in den 60-er Jahren Kühl- und Gefriertruhen zum Standardinventar ländlicher Haushalte mit den üblichen Hausschlachtungen wurden, erfolgte der Abbau der Anlage. Zur gleichen Zeit wurde auch der Badebetrieb eingestellt. Der auch im Kellergeschoß erstellte Raum für die Feuerwehr wurde 1968 zur PKW-Garage für den Inhaber der Dienstwohnung umfunktioniert.
 

Der im Pavillonstil gestaltete und großzügig mit Fensterflächen ausgestattete Bau wurde entgegen der ursprünglichen Projektierung durch eine mit Koks befeuerte Warmwasserzentralheizung mit Wärme versorgt. Zu dieser Zeit noch ohne Umwälzpumpen installiert, zeigte sich gleich im außergewöhnlich harten Winter 1955/56, dass die Klassenräume nicht über 13-14°C Raumtemperatur hinaus erwärmt werden konnten.

 
 
Abb. Nr. 8
Die dreiklassige Katholische Volksschule 1955
Daraufhin baute die damals ortsansässige Holzbaufirma Prior in allen Klassen Doppelfenster ein, wodurch die Fensterbänke erheblich an Fläche verloren. Am 28. August 1956 stellte der Gemeinderat fest, dass "die Gesamtkosten des Schulneubaues sich auf 242.670,94 DM belaufen". Während die Mädchenschule an Privatleute verkauft werden konnte, blieb die Knabenschule weiterhin im Besitz der Gemeinde. Nach deren Umbau zu Wohnzwecken wurden die Räumlichkeiten an Private vermietet.
     
Am 1. April 1965 besuchten 140 Kinder die Schule, so dass entsprechend der vorgegebenen Klassenmesszahl eine vierte Klasse gebildet werden musste. Die damit erforderlich gewordene 4. Planstelle wurde mit der Lehrerin Schmidt-Gemünden besetzt. Aus finanziellen Gründen hatte Gemeinde die in der Raumplanung vorgesehene Lehrküche im Kellergeschoss nicht entsprechend ausstatten können. Nunmehr wurde hier ein Behelfsklassenraum eingerichtet. Im Frühjahr 1966 stellte dann die Marienloher Firma Prior auf dem Schulhof einen zweiklasssigen Schulpavillon in Fertigbauweise auf, so dass der Klassenraum im Keller aufgegeben werden konnte.
     
Die Neuordnung der Volksschule
Am 5.März 1966 hatte der Landtag in Düsseldorf das Gesetz zur Neuordnung des Volksschulwesens verabschiedet, dessen erste Auswirkung zwei Kurzschuljahre (1.4.66 - 30.11.66 und 1.12.66- 31.7.67) waren. Mit dem Beginn des ersten Kurzschuljahres trat die Verlängerung der Schulpflicht auf neun Jahre in Kraft.
     
Die davon betroffenen 13 Marienloher Schüler/innen wurden deshalb in die benachbarte Lippspringer Volksschule umgeschult. Nach dem Ende der Kurzschuljahre erfolgte die Verlegung des Schuljahresbeginns vom 1. April auf den 1. August des Kalenderjahres. Zum 1. August 1968 wurde dann die Aufteilung der tradierten Volksschule in zwei selbständige Schulsysteme, die Grundschule mit den Schuljahrgängen 1 - 4, und die Hauptschule mit den Schuljahrgängen 5 - 9, später 10, vollzogen. Ein Anliegen der Schulreform war, durch die Einrichtung größerer Schulen mit Jahrgangsklassen die Bildungsmöglichkeiten und -angebote für die Kinder zu erweitern. Deshalb sollten Hauptschulen in der Regel zweizügig, und Grundschulen einzügig geführt werden. Das bedeutete für viele Gemeinden den Verlust der eigenen örtlichen Schule. Zugleich auch das Ende der Landschule überhaupt.
     
Zum Ende des 1. Kurzschuljahres, am 30.11.66, war Hauptlehrer Menke wegen der Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand verabschiedet worden. So wie auch Johannes Menke, hatten bis dahin alle Stelleninhaber in Marienloh zugleich das Organistenamt in der Pfarrkirche ausgeübt. Am 1.11.1967 übernahm Hauptlehrer Henner Schmude, zuvor tätig in Nordhagen, die Schulleitung. Zum Stichtag, dem 15.10.67, besuchten 137 Kinder die Schule, die in 4 Klassen (I = 1./2. Schuljahr, II = 3./4. Schulj. III = 5./6. Schulj. und IV = 7./8. Schulj.) unterrichtet wurden.
     
Etwa zeitgleich mit den Bemühungen um die Reform der Volksschule kam eine landesweit durchzuführende Kommunalreform in die allgemeine Diskussion. Vorausschauend hatte deshalb der Marienloher Gemeinderat mit Engelbert Meyer als Bürgermeister frühzeitig Verhandlungen mit der Stadt Paderborn mit dem Ziel der Eingemeindung des Dorfes als Stadtteil aufgenommen. Als am 12. Februar 1968 der Gemeinderat Marienloh, und danach am 20. Februar der Stadtrat Paderborn dem ausgehandelten Gebietsänderungsvertrag zugestimmt hatten, sicherten die Vertragsbestimmungen den Fortbestand der Schule im Ort. Mit dem Blick auf die unmittelbar bevorstehende Inkraftsetzung der Schulreform war folgende Aussage wichtig: "Die Stadt Paderborn verpflichtet sich, die zur Zeit in der Gemeinde Marienloh bestehende Volksschule, soweit die gesetzlichen Bestimmungen dies zulassen, als Grundschule (Klassen 1 - 4) zu erhalten und möglichst mit vollen Jahrgangsklassen zu führen."
     
Da der Gebietsänderungsvertrag erst zum 1. Januar 1969 in Kraft treten sollte, genehmigte der Landkreis eine "Öffentlich-Rechtliche Vereinbarung", nach der die Stadt Paderborn "die gesetzlichen Aufgaben der Gemeinde Marienloh, Grund- und Hauptschulen zu errichten und fortzuführen, mit Wirkung vom 1. August 1968 in ihre Zuständigkeit“ übernahm. Das bedeutete definitiv die Auflösung der Katholischen Volksschule Marienloh. In einer kleinen Feierstunde am 27.6.68 wurden die zukünftig die Hauptschule Bonifatius in der Stadtheide besuchenden 7l Kinder der Schuljahrgänge 5 - 8 verabschiedet. In Marienloh zurück blieben 66 in Marienloh schulpflichtige Kinder der Schuljahrgänge 1 - 4.
     
Die Katholische Grundschule Marienloh
Um die von dem neuen Schulträger eingegangene Verpflichtung zur Weiterführung einer einzügigen Grundschule in Marienloh auch einhalten zu können, war die Zuführung von Kindern aus der angrenzenden Stadtheide durch Schulbusse unumgänglich. In Elternversammlungen in der Stadtheide mussten jedoch dort die Erziehungsberechtigten für die Umschulung ihrer Kinder "auf das Land" gewonnen werden Aber auch für die Kollegien und den Verkehrsträger, damals die PESAG, waren Schulbusse und die Abstimmung von Fahrplänen auf die Stundenpläne gänzliches Neuland, unbekannte Organisationsbereiche. Auf die Erweiterung des Schulbezirks Marienloh folgte nun die Einrichtung der Schulbuslinie, die seither die Hauptschüler aus dem Stadtteil zu ihrer Schule, und Grundschüler aus der Stadtheide zur Schule im Ort befördert.
     
Nach dem Ende der Sommerferien am 9. August 1968 nahm die Katholische Grundschule Marienloh mit 143 in Jahrgangsklassen geführten Kindern den Unterricht auf. Das 1. Schuljahr (Klassenlehrerin Frau Rentel) besuchten 35 Kinder, das 2. (Frl. Claus) 35, das 3. (Herr Käuper) 32 und das 4. (Hptl. Schmude) 41. Ein anderer, nicht minder wichtiger Teil der Schulreform bestand in der Neuordnung der Lehrerausbildung. Seit der Nachkriegszeit hatten nach bestandener I. Staatsprüfung die Junglehrer die Pädagogische Akademie verlassen, und waren mit einer Unterrichtsverpflichtung von 30 Wochenstunden in den Schuldienst als außerplanmäßig (apl) angestellte Lehrer eingetreten. Erst nach mindestens zweijähriger Schulpraxis, während der die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften zur Fortbildung verpflichtend war, konnte der apl. Lehrer die II. Staatsprüfung als Voraussetzung zur planmäßigen Anstellung auf Lebenszeit ablegen.
     
Während ihres Studiums hatten die Pädagogikstudenten jeweils ein mehrwöchiges Stadt- und ein Landschulpraktikum zu absolvieren. Seit Beginn dieser Ausbildungsform waren stets Praktikanten der Akademie an der Volksschule Marienloh eingesetzt. Nach der 1968 eingeführten Ausbildungsordnung ist ein Universitätsstudium Voraussetzung für die Zulassung zur I. Staatsprüfung. Daran schließt sich ein zweijähriges Referendariat in einem Ausbildungsseminar an, während dessen von den Lehramtsanwärtern vor Ort in den Ausbildungsschulen praktische Erfahrungen gesammelt werden müssen. Mit der erfolgreichen Ablegung der II. Staatsprüfung an der Ausbildungsschule endet das Referendariat, und die nun erworbene Lehrbefähigung ist Voraussetzung für die Bewerbung um eine Planstelle. Seit dem Inkrafttreten der Ausbildungsreform 1968 bis in die Gegenwart hinein beteiligen sich Mentoren und Mentorinnen aus dem Kollegium an der Ausbildung des Lehrernachwuchses.
     
Noch vor der Übernahme der Schulträgerschaft, ab dem 1. März 1968, hatte die Stadt Paderborn es ermöglicht, dass noch mit der damaligen Volksschuloberstufe im Kiliansbad erstmals der Schwimmunterricht aufgenommen werden konnte. In dem Gebietsänderungsvertrag war außer der Zusage zur Bestandssicherung der Schule im Ort auch vereinbart worden: "Die Stadt Paderborn wird eine Turnhalle an dieser Schule errichten, sobald die dafür vorgesehenen Förderungsmittel durch das Land NRW bereitgestellt werden." Um den Zeitraum bis zum Bau der Turnhalle zu überbrücken, richtete das Schulverwaltungsamt zunächst den großen Kellerraum als Gymnastikraum ein. Ein Spezialbodenbelag auf Schaumgummiunterlage ermöglichte damit, wenn auch eingeschränkt, einen von der Witterung unabhängigen Sportunterricht. Mit der Übergabe der auf dem Schulgrundstück errichteten Turnhalle durch Bürgermeister Schwiete am 2. Oktober 1971 konnte dann dieses Provisorium aufgegeben werden.
     
Im § 2 des Gebietsänderungsvertrages war festgelegt: "Die Stadt Paderborn wird Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Marienloh und übernimmt die vorhandenen Dienstkräfte." Seit dem 21.09.1956 beschäftigte die Gemeinde einen fest angestellten "Amtsgehilfen" zur Umsetzung gesetzlich vorgeschriebener Maßnahmen und zur Unterstützung des Bürgermeisters. Seit 1959 nahm Joseph Fischer (1933-2001) diese Stellung ein. Mit Wirkung vom 1. August 1969 setzte das städtische Schulverwaltungsamt den Amtsgehilfen Fischer als Hausmeister für die Grundschule Marienloh ein. Damit endete auch in Marienloh die seit jeher in den Landschulen übliche Doppelfunktion von Schulleiter und Hausverwalter. Um den Hausmeister in die Lage zu versetzen, seiner Aufsicht- und Wartungspflicht auch nachkommen zu können, drängte der Schulträger auf die Umwandlung der bisherigen im Gebäude befindlichen Schulleiterin eine Hausmeisterdienstwohung.
     
Durch die Aussiedlung des Landwirts Düsterhaus war die Stadt in den Besitz des Wohnhauses Bendeslo Nr.6 gelangt. Dieses Haus wurde dem Schulleiter als Ersatz für die bislang mit der Stelle verbundene Dienstwohnung angeboten, und die Familie Fischer übernahm 1973 die Wohnung im Schulgebäude. Da bereits zuvor die zweite Dienstwohnung privat vermietet worden war, gibt es seither in Marienloh keine Lehrerdienstwohnungen mehr. Hausmeister Joseph Fischer ging 1994 in den Vorruhestand, sein Nachfolger Paul Nübel bezog dann die Wohnung.
     
Sowohl im Ort selbst als auch in der Stadtheide hielt in den 70er Jahren die rege Bautätigkeit weiterhin an, so dass mit dem Zuzug vieler junger Familien die Zahlen der schulpflichtigen Kinder erheblich anstiegen. Mit Rücksicht auf die Aufnahmefähigkeit der Grundschule Bonifatius erfolgte eine Ausweitung des Grundschulbezirkes Marienloh in der Stadtheide. Das hatte zur Folge, dass zum Schuljahr 1970/71 mit 50 Lernanfängern erstmals Parallelklassen gebildet werden mussten. Wegen des damals bedrückenden Lehrermangels sprangen Lehramtsanwärterinnen als Aushilfen ein, und eine Kollegin übernahm im Doppelordinariat die beiden Lernanfängerklassen. Im darauf folgenden Schuljahr war die Schülerzahl auf 44 zurückgegangen, so dass die Parallelklassen zusammengelegt und als 2. Schuljahr weiter geführt wurden.
     
Nun besuchten in den 5 eingerichteten Klassen 188 Kinder die Schule. Nach den Stellenplänen hätte für jede Klasse eine volle Lehrkraft zur Verfügung stehen müssen, dagegen waren lediglich 3 Planstellen oder 6o/4 der Lehrerstellen besetzt. Nur durch freiwillige Mehrarbeit des Kollegiums und den eigenverantwortlichen Unterricht von Lehramtsanwärtern ließ sich der Unterrichtsbedarf mühsam und annähernd erfüllen.
     
Zur weiteren Entlastung der Grundschule Bonifatius - diese verzeichnete 1972 insgesamt 216 Zugänge, darunter 140 Lernanfänger - wurde der Schulbezirk Marienloh nochmals um verschiedene Straßenzüge in der Stadtheide erweitert. Dadurch stieg an der Grundschule Marienloh die Kinderzahl auf 234. Mit der Zuweisung von 2 Lehrkräften konnten hier nun 7 Klassen gebildet werden, so dass nach der damaligen Laufbahnordnung die bisherige Hauptlehrer Planstelle in die eines Volksschulrektoren angehoben wurde. Der nach Fertigstellung der Turnhalle nicht mehr benutzte provisorische Gymnastikraum im Kellergeschoß musste wieder zum Behelfsklassenraum mit der entsprechenden Einrichtung umfunktioniert werden. Zusammen mit den beiden Pavillonklassen auf dem Schulhof standen damit 6 Unterrichtsräume zur Verfügung.
     
Zu Beginn der 70er Jahre zogen Gruppen von Spätaussiedlern aus der UdSSR in die Stadtheide zu. In diesen Großfamilien war deutsch, wenn auch nicht gänzlich akzentfrei, die Umgangssprache, so dass für jüngere Kinder die Einschulung relativ problemfrei war. Schwierig war dagegen, dass auch ältere Kinder in die Grundschulen eingewiesen wurden, um sie überhaupt in das hiesige Schulwesen integrieren zu können.
     
Das Anwachsen der Schülerzahlen im Ballungsraum Paderborn hielt an und am 1. August 1973 standen in Marienloh 85 Lernanfänger zur Einschulung an. Aufgrund der jetzt verbindlichen Messzahl von maximal 40 Kindern je Grundschulklasse mussten diese in 3 Parallelklassen aufgeteilt werden. Schon wegen der in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen sollte, so es irgend möglich war, der leidige Nachmittagsunterricht vermieden werden. Zudem wäre der Einsatz zusätzlicher Schulbusse ein Kostenfaktor für den Schulträger geworden. Hier bot sich eine Lösung mit der Organisation von so genannten "Wanderklassen" an.
     
Da die Stundentafel nicht für alle Jahrgänge die gleiche Wochenstundenzahl forderte, wanderten einige der nunmehr 9 Klassen mit ihren Unterrichtsmaterialien von Raum zu Raum. Das verursachte zwangsläufig einige Unruhe und führte zu einem ungewohnten Geräuschpegel im Hause. Zur Erleichterung dieser Situation trug bei, dass das 1971 am Friedhof aufgestellte Pfarrheim von den Wanderklassen benutzt werden konnte. Dass diese Form von Unterrichtsorganisation nicht allein in Marienloh praktiziert werden musste, ist belegt durch den Begriff "Wanderklasse", der damals Eingang in die Rubriken der amtlichen Statistik fand.
     
Mit der Besetzung der siebten Lehrerplanstelle schrieb die Bezirksregierung eine Konrektor/innenstelle für die Grundschule in Marienloh aus. Zur ersten Konrektorin wurde mit Wirkung vom 22.3.1974 die Lehrerin Anna-Theres Kuhlmeier aus Paderborn ernannt. Um die Klassenbildung und die Ermittlung der erforderlichen Lehrerstellen den Gegebenheiten an der einzelnen Schule zweckgerechter anpassen zu können, wurde 1973 die so genannte Schüler-Lehrer-Relation eingeführt. Seither werden die Klassen, ausgehend von Klassenfrequenzrichtwerten, Klassenfrequenzhöchstwerten und Klassenfrequenzmindestwerten gebildet. Die Klassenrichtzahl, das ist die zulässige Anzahl der Klassen, wird dadurch ermittelt, dass die Schülerzahl durch den Klassenfrequenzrichtwert geteilt wird.
     
War 1973 der Klassenfrequenzrichtwert mit 33 festgesetzt, so beträgt er derzeit 24. Innerhalb einer Bandbreite von 15 (Mindestwert) und 30 (Höchstwert) kann die Grundschule bei der Klassenbildung von den Klassenfrequenzrichtwerten abweichen. Auf den normalen Unterrichtsbedarf der Schule sich beziehend erfolgt die Errechnung der Zahl der Lehrerstellen. Zur Ermittlung dieser Grundstellenzahl wird die Schülerzahl durch die Relation "Schüler je Stelle" geteilt. Diese Relation beträgt für die Grundschule derzeit 25,3, und wird bei der Zuweisung der Lehrkräfte auf eine Dezimalsteile auf- oder abgerundet. Auf der Basis des wöchentlichen Pflichtstundensolls des Vollzeitlehrers von 28 Stunden gleich 28/28, bei Teilzeitkräften entsprechend vermindert, ergibt sich dann die Zuweisung von Lehrkräften. Mit dieser Regelung hat die einzelne Schule deutlich an Bewegungsraum in der Stundenplangestaltung und bei der Umsetzung besonderer pädagogischer Vorhaben gewonnen.
     
Der Ausbau der Grundschule
Die ursprünglich vom Schulausschuss der Stadt vertretene Absicht, aufgrund der Einwohnerzahlen und der vorhandenen Schulräume die Grundschule in Marienloh einzügig zu halten, wurde in den 1970er Jahren von der allgemeinen Entwicklung überholt. Sowohl die im Ort wie auch in der Stadtheide sich ausweitende Bautätigkeit und der Anstieg der Einschulungszahlen machten eine Änderung der städtischen Schulplanung unumgänglich. Durch entsprechende Baumaßnahmen sollte nun die Grundschule Marienloh zu einem zweizügigen System erweitert werden. Nach einer Schulbereisung im April 1974 stimmte der Schulausschuss der von dem städtischen Hochbauamt vorgelegten Bauplanung zu. Diese sah die Erstellung von 5 Klassenräumen zu je 62,5 m² Grundfläche, zwei Mehrzweckräume zu je 82 m², einen Lehrmittelraum, einem Lehrerzimmer sowie Diensträume für den Schulleiter, die Konrektorin und ein Schulsekretariat vor. Eine offene Pausenhalle, Stundentoiletten und ein Putzmittelraum ergänzten das Ausbauprogramm.
     
Am 7. Januar 1975 begann die Firma Kleinschlömer mit den Erdarbeiten für den Erweiterungsbau, der unter Aufgabe des dort befindlichen Lehrergartens zwischen dem Altbau und der Bahntrasse geplant war. Zu Ostern stand bereits der Rohbau, und ohne größere Störungen konnten der weitere Ausbau und dann die Einrichtung der Räume zügig abgewickelt werden, so dass bereits am l8. Dezember des Jahres mit dem Einzug begonnen werden konnte. Damit gehörte die Misere der Zeit der Wanderklassen der Vergangenheit an. Auch die Pavillonklassen auf dem Schulhof konnten geräumt, und später an die Kreishandwerkerschaft abgegeben werden. Dem Umstand zufolge, dass der große Kellerraum im Altbau nicht die für Unterrichtsräume vorgeschriebene Raumhöhe aufweist, wurde er bei dem Baugenehmigungsverfahren nicht in das offizielle Raumprogramm einbezogen.
     
Hier konnte nun mit großzügiger Unterstützung durch die Stadt ein mustergültig ausgerüsteter Werkraum eingerichtet werden. Die im Neubau entstandenen beiden Mehrzweckräume wurden als Musik- und als Kunstraum mit dem entsprechenden Mobiliar und Inventar ausgestattet. Das Schulverwaltungsamt bezifferte die Baukosten mit 1.211.000 DM, zu denen weitere 120.000 DM für die Einrichtung hinzukamen.
     
Nach dem Abschluss der Bauarbeiten unterzog das städtische Bauamt den Altbau einer gründlichen Renovierung und Ergänzung, sowie der Erneuerung des Außenanstrichs. So wurde das ursprüngliche Lehrer-, dann Schulleiterzimmer zum Elternsprechraum, und das 1971 in der Halle des Altbaues erstellte Lehrerzimmer zum Dienstraum für den Hausmeister, und die alten Klassenräume erhielten einen Wasseranschluss. In einem von dem Kollegium und den Kindern gestalteten festlichen Rahmen übergab dann Bürgermeister Schwiete am 23. Juni 1976 den Neubau und den rundum renovierten Altbau der Öffentlichkeit. Der Marienloher katholische Pfarrer Trinn und der für den Stadtteil zuständige evangelische Pastor Ködding aus Bad Lippspringe hatten zuvor die Räumlichkeiten gesegnet.
     
Um ihre schwerkranke Mutter besser pflegen zu können, hatte Frau Kuhlmeier 1977 den Antrag auf eine Teilzeitbeschäftigung gestellt. Die Bezirksregierung lehnte den Antrag ab, da nach der damaligen Gesetzeslage Funktionsträger (Konrektorin) ausschließlich als Vollzeitlehrkräfte eingesetzt werden durften. Frau Kuhlmeier blieb nur der Verzicht auf ihr Amt, und am l6. Januar 1978 folgte ihr Frau Hedwig Bruski als Konrektorin.
     
Unmittelbar nach dem II. Weltkrieg waren erstmals überhaupt in allen Schulformen des Landes aus der Elternschaft Vertreter gewählt worden, die in Klassenpflegschaften und der Schulpflegschaft die Belange der Kinder und der Erziehungsberechtigten wahrnahmen. Mit Wirkung vom 1. August 1978 trat ein neues Schulmitwirkungsgesetz in Kraft, dessen Ziel es war, die Mitarbeit der Elternschaft am Schulleben zu intensivieren. Kernstück des Gesetzes ist die Schulkonferenz, paritätisch mit Eltern und Lehrern besetzt. Vom Gesetz bestimmter Vorsitzender ist der Schulleiter, der die lediglich in Pattsituationen stimmberechtigt ist.
 

Ein Mitwirkungskatalog legt die Sachgebiete fest, in denen die Schulkonferenz entscheidungskompetent ist. Zu den wesentlichen Aufgaben der Konferenz zählen die Verwendung der Haushaltsmittel der Schule, die Auswahl einzuführender Lehr- und Lernmittel, sowie der Mitgestaltung des innerschulischen Klimas. Der Schulleiter ist gehalten, die Beschlüsse der Schulkonferenz umzusetzen.

 
 
Abb. Nr. 9
Kollegium der Grundschule Marienloh 1986
Selbst in den Kriegs- und Notjahren war es aus hygienischen Gründen selbstverständlich gewesen, täglich die Klassen- und Toilettenräume sowie die Abfallkörbe in den Schulen zu reinigen. Ergänzt wurde das Reinigungsprogramm durch die in den Ferien stattfindenden Grundreinigungen. Ungeachtet der nachdrücklichen Proteste von Schulleitungen und aus der Elternschaft setzte die Stadtvertretung 1983 durch, dass zur Einsparung von Haushaltsmitteln die Schulen fortan nur noch an jedem zweiten Tag gereinigt werden.
 

In der Busdorf Stiftungsurkunde, am 25. Mai 1036 in Paderborn von Bischof Meinwerk unterzeichnet, ist unter anderen ein Vorwerk Benedeslo genannt. Aus Benedeslo wurde später der Ortsname Marienloh. Das Jahr 1986 stand über Wochen in den Vorbereitungen für die Festtage zum 950-jährigen Ortsjubiläum, die Anfang Oktober vom ganzen Stadtteil begangen wurden.

 
 
Abb. Nr. 10
Festumzug 1986 (v.l. Frau Zemelka, Frau Kuhlmeier, Frau Wibbeke)
Zur Einstimmung in das Jubiläum hatte das Kollegium ein heimatkundliches Suchspiel zusammengestellt, das auch in den Elternhäusern ein erfreuliches Echo fand. Zu einem besonderen Erlebnis für alle Kinder im Stadtteil wurde dann die öffentliche Prämierung der besten Ergebnisse in der Schützenhalle, der Spitzenpreis war ein gestiftetes Fahrrad. Alle Jahrgänge der Grundschule hatten sich intensiv auf die Teilnahme an dem gut 3 km langen Festzug, der am 5. Oktober 1986 bei optimaler Wetterlage Tausende von Besuchern auf die Straßen brachte.
     
Am 15. Juli 1987 verabschiedeten Schulrat Gottschol, die Schulkinder und die Schulgemeinde Rektor Henner Schmude nach 20-jähriger Tätigkeit in Marienloh in den Ruhestand. Als Nachfolgerin nahm am l.8.1987 die Rektorin Heidrun Spieker ihren Dienst an der Grundschule Marienloh auf. Zum Beginn des Schuljahres 1977/78 war die teilweise 5 Tagewoche eingeführt worden.
     
Damit fiel an jedem zweiten Sonnabend der Unterricht aus. Auf eine Initiative aus der Elternschaft hin hatte die Schulkonferenz am 25. April 1988 mehrheitlich die Einführung der vollen 5 Tagewoche beschlossen. Obwohl im Schulausschuss der Stadt und von der Schulaufsicht grundsätzliche und erhebliche Bedenken gegen diesen Schritt geäußert wurden, begann ab dem 1. August 1988 an der Grundschule Marienloh die volle 5 Tagewoche. "In Zusammenarbeit mit der Elternschaft wird das 1. Schulfest am 3. Juni mit großem Erfolg gefeiert.
     
Ein besonderer Dank geht an die unermüdliche Einsatzbereitschaft aller Beteiligten: Kinder, Eltern und Lehrer", hält die Schulchronik für das Berichtsjahr 1989 fest. Aus der praktisch bewährten Zusammenarbeit mit der Elternschaft heraus entsteht noch im selben Jahr ein Förderverein für die Grundschule. In demselben Schuljahr hält mit der Anschaffung eines Personal Computers für das Schulsekretariat die Internet-Technik ihren Einzug in die hiesige Schule. Ab Oktober 1994 waren dann landesweit alle Schulen mit einheitlichen PC ausgestattet und 'on line' mit dem Schulministerium in Düsseldorf vernetzt.
     
Zum Beginn des Schuljahres 1970/71 war erstmals ein Kind von in der Füllersheide wohnenden türkischen Gastarbeitern in Marienloh eingeschult worden. Im Verlauf der nächsten Jahre hatte dort und auch in Marienloh die Zahl der Familien türkischer Herkunft ständig zugenommen. Damit wuchs die Zahl der türkischen Kinder im Bezirk der Grundschule Marienloh. Zum Schuljahr 1983/84 hatte ihre Zahl 36 erreicht. Zur Betreuung dieser Kinder wurde 1983 der türkische Lehrer O. Kaya nach Marienloh abgeordnet. Stellenplanmäßig an der Hauptschule in Bad Lippspringe geführt, erteilt Herr Kaya den 'Muttersprachlichen Unterricht' bis zu seiner Pensionierung am 31. Juli 2002. Danach wurde der Muttersprachliche Ergänzungsunterricht in der Bonifatius Grundschule nachmittags weitergeführt.
     
Mit dem Ende des "Kalten Krieges" zu Beginn der 1990 er Jahre hatte eine Migrationswelle nach Mitteleuropa eingesetzt, deren Auswirkungen auch Marienloh erreichten. So stammten 1991 von den die Grundschule Marienloh besuchenden 217 Kindern 23 aus Polen, 20 aus Russland, 26 waren türkischer Herkunft und 6, deren Eltern Asylbewerber waren. Viele dieser Kinder hatten ein besonderes Problem der Zuwanderung, die Sprachbarriere, erst noch zu überwinden. "Allein im 1. Schuljahr haben von den 63 Kindern 21 nur geringe oder auch zum Teil keine deutschen Sprachkenntnisse" beschreibt die Schulchronistin Spieker 1991 die für alle in den Klassen missliche Situation. Um den betroffenen Kindern Erleichterung zu verschaffen, konnte aufgrund eines neuen Erlasses eine besondere Förderklasse eingerichtet werden.
     
     
Die in Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Schulträger durchgeführte Umgestaltung des Schulhofes fand im Juni 1992 ihre besondere Anerkennung mit der Vergabe des ersten Preises in dem Wettbewerb "Mehr Natur in die Stadt". Seit 1955 befanden sich die Schultoiletten im Kellergeschoss. Das war schon wegen der Aufsichtsfrage in den Pausen dort stets problematisch gewesen. Nachdem bislang Versuche einer Umlegung der Toiletten auf dem Schulhof gescheitert waren, konnte in den Osterferien 1992 mit der Erstellung der Außentoiletten diese leidige Situation beendet werden. Fortan dienen die alten Kellertoiletten lediglich noch als Stundentoilette.
     
Die zum 1. August 1997 bereits in Marienloh aufgenommene Einführung der bis in die Gegenwart hinein umstrittenen Reform der Rechtschreibung nach Duden wurde zum Schuljahr 1998/99 als verbindlich für alle Schulformen angeordnet. Im Jahr darauf erfolgte die Einrichtung einer Betreuungsgruppe "Schule von acht bis eins". Eine eigens hierfür eingestellte Kraft, Frau Kretschmer, betreut in dieser Gruppe die Kinder, deren planmäßiger Unterricht entweder später als um acht Uhr beginnt oder früher endet als um 13.00 Uhr.
     
Nach mehr als zwanzigjähriger Schularbeit in Marienloh war am 16. Juli 1991 die Lehrerin Anna-Theres Kuhlmeier durch Schulrat Westemeyer in den Ruhestand verabschiedet worden. Frau Kuhlmeier war die Pädagogin schlechthin, anerkannt von den Kindern und er Elternschaft, hochgeschätzt im Kollegium. "Sie hatte für jedes Problem und Problemchen ein Trostpflaster", urteilt die Schulchronistin Spieker über Frau Kuhlmeier. Ihre Planstelle war zum 1.8.91 mit dem Lehrer Jan-Peter Heikes besetzt worden. Seit Herr Heikes im August 2002 zur Grundschule Sande versetzt wurde, ist das Kollegium wieder ohne männliche Lehrkraft.
     
Nachdem Frau Kuhlmeier 1977 aus persönlichen Gründen ihr Amt als Konrektorin aufgegeben hatte, war Frau Bruski als Konrektorin nachgefolgt. Zum Ende des Schuljahres 1998/99 wechselte Frau Bruski zur Grundschule Benhausen. Als Nachfolgerin im Amt wurde Frau Christiane Weiner zum 1. Februar 2000 nach Marienloh versetzt. Im gleichen Jahr, am 21.12.2000, erfolgte die offizielle Verabschiedung von Frau Rektorin Spieker in den Vorruhestand. Mit Wirkung vom 1. August 2001 wurde Frau Christa Berke mit der Wahrnehmung der Schulleiterfunktion beauftragt, und zum 10.1.02 erfolgte ihre Ernennung zur Rektorin.
     
Auf ihre Bewerbung hin wurde Frau Weiner zum Schuljahresbeginn 2003/04 als Schulleiterin zur städtischen Grundschule Georg in Paderborn versetzt. Ab dem l. August 2004 trat Frau Stiehm ihre Nachfolge als Konrektorin an.
     
In der mehr als zweihundertjährigen örtlichen Schulgeschichte haben drei Lehrer - Hermann Müller 1770 – 1802, Karl Fischer 1846 -1878 und Anton Keck 1878 - 1908 - dreißig oder mehr Jahre in Marienloh unterrichtet. Auf eine bislang 33-jährige Tätigkeit im Ort kann Frau Hildegard Funk in diesem Jahr zurückblicken. Seit dem 1. August 1972 arbeitet sie zuverlässig und stets hilfsbereit als Lehrerin an der Grundschule Marienloh. Ein Jubiläum, dem ein besonderer Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit gebührt.
     
Im Schuljahr 2004/05 besuchen 188 Kinder die Grundschule Marienloh, die in 8 Klassen geführt werden. Dem Kollegium gehören 4 Lehrkräfte mit Vollzeitbeschäftigung und 6 mit Teilzeitbeschäftigung an sowie seit dem 01.02.05 eine Lehramtsanwärterin.
 

Jubiläen wie das diesjährige geben den Anlass zu Festlichkeiten. Zugleich können sie zum Nachdenken über den eigenen Standort anregen. Veränderungen sind Grundbestandteile des Lebens, das bezieht das Bildungswesen und die Schulen ein. Allen, die heute und in Zukunft in der Schule in Marienloh lernen oder lehren sind auch weiterhin die Kraft und das Gottvertrauen zu wünschen, mit denen sie den Herausforderungen ihrer Zeit gerecht werden können.

 
 
Abb. Nr. 11
Hier ein aktuelles Foto des Kollegiums
     
Quellen:
Schulchronik Marienloh Bände I, II und III; Stadtarchiv Paderborn
Verordnungsbuch Volksschule Marienloh; Nachlass Friedel
Gemeindechronik Marienloh Bände I, II, III; Stadtarchiv Paderborn
Unterlagen und Daten der Grundschule Marienloh, 2004
NRW Staatsarchiv Detmold; M l II B Nr. 694
NRW Staatsarchiv Münster; Fbm Paderborn, Edikte Band 15
Stadtarchiv Paderborn H M 4
Instruction für Schullehrer vom 31.12.1826; Sonderdruck 1828 Minden
Friedel, Joseph, Abschriften und Eingaben; Nachlass Friedel
Koch, Josef, Chronik der Pfarrkirche Neuenbeken in Schriftenreihe des Heimatvereins Neuenbeken Nr. 4 1982
Meyer, Engelbert, Hg. Bendeslo - Marienloh 1036-1986; Paderborn 1986

   
 
Katholische Grundschule Marienloh - Grundschüler in Marienloh, Kreis Paderborn
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