Chronik
der Schule in Marienloh
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von
Henner Schmude
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Den
frühesten Nachweis einer im Ort befindlichen
Schule liefert ein "Abriß der Dorfschaft
Marienlohe" mit dem Datum vom 19.Februar 1745.
In der die Skizze erläuternden Legende wird
unter der Nummer 12 "Das Schulhaus" aufgeführt.
Dass bereits zu dieser Zeit in einer kleinen Landgemeinde
wie Marienloh, deren Einwohnerzahl im Jahre 1800
gerade einmal 231 Personen betrug, von einem "Schulhaus" gesprochen
und daher den Bauernkindern eine schulische Unterweisung
geboten wurde, war keineswegs die Regel, zumal der
im damaligen Hochstift Paderborn regierende Fürstbischof
Friedrich Wilhelm von Westphalen erst mit seinem
Edikt vom 31. August 1788 den Weg zu einer allgemeinen
Schulpflicht öffnete. "Ein jeder muß nothwendig überzeugt
seyn", so seine Anordnung, "daß an
den Unterricht der Jugend alles gelegen. Und eben
daher befehlen Wir den Eltern und denen, welche bey
verweißten (Waisen) Elternstelle vertreten,
ihre Kinder ohne Unterschied des Geschlechts von
den 5ten oder 6ten Jahre ihres Alters bis zu dessen
vollendeten 14ten Jahre zur Schule zu schicken." Von
dem Jahre 1770 ab sind die Namen der in Marienloh
tätigen Lehrer überliefert. Als erster
wird in der Schulchronik Hermann Müller genannt,
der von 1770 bis 1802 im Ort unterrichtete.
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Der
im Jahre 1818 infolge einer Anordnung
der nunmehr preußischen Administration
begonnenen Aufzeichnung der örtlichen
Geschehnisse in einer Gemeindechronik
wird eine allgemeine Beschreibung der
Verhältnisse in Marienloh um 1800
vorausgeschickt: "Doch hat Marienlohe
eine Kapelle mit Glocke, ein Schul- und
ein Armenhaus. Das Schulhaus ist aus
Beiträgen sowohl der Familien von
Haxthausen (die Geschwister v. Haxthausen/Dedinghausen
verfügten über Grundbesitz
im Ort, H.S.) als der Gemeindeglieder
erbauet.
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Abb.
Nr.1
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Abriß der
Dorfschaft Marienlohe
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Das
Schulgeld wird aber auf die Schulkinder vertheilt
und von deren Eltern bezahlt." In der erwähnten
Handskizze von 1745 wird unmittelbar neben dem Schulhaus
unter der laufenden Nummer 10 der Legende eine freie
Fläche als "Garten zum Schulhaus und sonst
gehörig" ausgewiesen. Das, und die Angaben
in der Gemeindechronik deuten auf ein ausdrücklich
als Dorfschule genutztes Anwesen hin. Anlässlich
der Renovierung und der Erweiterung dieses Hauses
trägt Franz Pöpperling, von 1812 - 1834
Lehrer in Marienloh, für das Berichtsjahr 1832
in die Ortschronik ein: "Zur Instandsetzung
des Schulhauses sind aus der Provinzial=Hülfskasse
zu Münster mit Bestätigung Königlicher
Regierung zu Minden 350 Kurant (Silbertaler) geliehen.
Die Schulhaus Instandsetzung und Unterrichtsstuben
Vergrößerung, sowie der Neubau des Stalles,
für den Lehrer mit Äbtritten (Toiletten)
versehen, ist am 11 ten May verdungen". Und
für den vergrößerten Unterrichtsraum
waren "10 neue Schul Bänke von Tannen Holz" sowie "1
Lehrer Stuhll und 1 Tafel von dem Schreiner Philipp
März gefertigt und geliefert".
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Der
zum 1. Oktober 1878 nach Marienloh versetzte Lehrer
Anton Keck aus Dahl (1878 - 1908) begann aufgrund
eines Erlasses vom 15. Oktober 1872 eine Schulchronik
anzulegen. Auf einem gesonderten Blatt hat er darin
eingangs die Namen und Dienstzeiten seiner Vorgänger
im Ort überliefert. In seinen ersten Eintragungen
in die Chronik zum 15.10.1878 zitiert Keck aus "einem
alten Lagerbericht vom 17. Oktober 1812" und
bringt erstmals Schülerzahlen, wonach in diesem
Jahre 54 Kinder die Schule im Dorfe besuchten. Bei
seinem Dienstantritt 1878 unterrichtete Keck allein
99 Kinder, 38 Knaben und 61 Mädchen. Für
diese Schülerzahl war der knapp fünfzig
Jahre zuvor erweiterte Unterrichtsraum offensichtlich
zu eng geworden, denn schon "am 15. Januar 1879
beschloss die hiesige Gemeinde eine Vergrößerung
und Veränderung des Schulhauses vorzunehmen",
konnte Keck notieren. Diesem Beschluss war ein Ersuchen
des Paderborner Landrats Jentzsch an den Amtmann
Schmücker in Lippspringe vom 3. Januar 1879
voraufgegangen: "Da einerseits die gegenwärtige
Wohnung des Lehrers zu Marienloh zu beengt und mangelhaft,
andererseits auch die Schulklasse so klein ist, daß nicht
sämmtliche zur Schule gehörigen Kinder
gleichzeitig unterrichtet werden können, sondern
Halbtagsschule stattfinden muß, auf deren Besittigung
indessen Bedacht zu nehmen ist: so ersuche ich Euer
Wohlgeboren, mit der Schul- und Gemeinde-Vertretung
von Marienloh wegen Erweiterung des Schulhauses in
Verhandlung zu treten. Es empfiehlt sich ein Anbau
mit Schulklasse, welcher - für die Zahl der
Schulkinder ausreichend groß herzustellen ist,
wonächst dem Lehrer die gegenwärtige Schulklasse
zur Erweiterung seiner Wohnung überlassen werden
kann."
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Das
Schreiben des Landrats weist auf zwei
Gegebenheiten hin, die damals weithin
die Unterrichtspraktik in den Landschulen
prägten. Zum einen stand für
alle schulpflichtigen Kinder einer
Ortschaft häufig lediglich ein
Unterrichtsraum zur Verfügung,
in dem alle acht Jahrgänge zur
gleichen Zeit beschult wurden. Andererseits
richtete man in den Fällen, wo
aus Platzmangel nicht alle Kinder "gleichzeitig
unterrichtet werden können",
eine so benannte Halbtagsschule ein.
In
dieser Halbtagsschule wurden die 4.bis
8. Schuljahre in einer Oberklasse geführt,
die im Sommerhalbjahr von 7.00 bis
11.00 Uhr Unterricht erhielt. Im Winterhalbjahr,
von Oktober bis April, verschob sich
der Unterrichtsbeginn für alle
um eine Stunde, beginnend um 8.00 Uhr.
Die Unterklasse, das 1. bis 3. Schuljahr
wurde am frühen Nachmittag von
dem Lehrer unterrichtet.
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Abb.
Nr. 2
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Ersuchen
des Landrats Jentzsch an den Amtmann
Schmücker in der bis 1941 gültigen
Deutschen Schreibschrift
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Für
die unteren Jahrgänge war der Unterrichtsbeginn
in der zweiten Tageshälfte eine besondere Belastung.
Nicht nur, dass die Kinder den Vormittag zum Spiel
oder anderen Beschäftigungen genutzt hatten.
Vielen, vor allem den Lernanfängern, bereitete
nach der Mittagszeit die Konzentration auf das Unterrichtsgeschehen
erhebliche Schwierigkeiten. Als nach den Zerstörungen
des zweiten Weltkrieges vielerorts auch in den Städten
aus Raumnot Nachmittagsunterricht erteilt werden
musste, mussten die gleichen Erfahrungen wieder gemacht
werden.
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Die
Einrichtung einer Halbtagsschule erfolgte nur auf
Anordnung der Bezirksregierung in Minden. Der Hinweis
des Landrats, dass auf die "Beseitigung" der
Halbtagsschule "Bedacht zu nehmen ist",
macht deutlich, dass die Halbtagsschule stets eine
zeitlich begrenzte Notmaßnahme war. Schließlich
bedingte diese Umorganisation des Unterrichts eine
nicht unerhebliche Verkürzung der Stundentafel
für alle Jahrgänge. Sobald die Schülerzahl
unter 80 fiel, verfügte die Regierung deshalb
die Rückkehr zum einklassigen Unterrichtsbetrieb.
In der einklassigen Schule erhielten alle acht Jahrgänge
der Volksschule ihren Unterricht am Vormittag.
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Den
Unterricht führte der "Alleinstehende Lehrer" durch,
dessen wöchentliche Pflichtstundenzahl 30 betrug,
die auf die 6 Werktage der Woche aufgeteilt waren.
Die Arbeit in der einklassigen Volksschule stellte
hohe Anforderungen an die didaktische und die methodische
Kompetenz des Lehrers. Überdies konnten seine
Bemühungen lediglich dann von Erfolg begleitet
werden, wenn er mit pädagogischem Gespür
und Geschick auf die ihm anvertrauten Kinder unterschiedlicher
Altersgruppen zuzugehen verstand. Im preußischen
Lehrerseminar gründlich auf seinen Beruf vorbereitet
- der Großteil der hiesigen Volksschullehrer
hatte sei ne Ausbildung in dem von 1825 bis 1925
in Büren bestehenden "Schul Lehrer=Seminar" absolviert
- hatte jeder Volksschullehrer vom Erstlese- über
den Rechen-, den Erdkunde- und den Geschichtsunterricht
bis zu den naturwissenschaftlichen Fächern den
gesamten Fächerkanon der Volksschule zu vertreten.
Die Leibeserziehung, den Religions- und den Gesangsunterricht
eingeschlossen. Zusätzlich im Orgelspiel ausgebildet, "orgelten" die
meisten Seminaristen in allen Gottesdiensten ihrer
Pfarrgemeinden, so auch in Marienloh.
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Für
die un- oder wenig gegliederten Landschulen boten
die Schulbuchverlage entsprechend konzipiertes Unterrichtsmaterial
an. Das noch manchem sobenannte "Realienbuch" mit
den Teilen Geschichte, Erdkunde, Naturkunde und Naturlehre
in einem Bande ermöglichte Generationen von
Volksschülern den Erwerb eines soliden Grundwissens.
Kern der Unterrichtsvorbereitung in der einklassigen
Schule war neben der altersbezogenen Strukturierung
des Lernpensums die effiziente Organisation des Unterrichtsablaufes.
Außer einem breit angelegten Fachwissen musste
der allein stehende Lehrer die Unterrichtsdifferenzierung
beherrschen, wollte er vor Ort als "Schulmeister" anerkannt
werden. Die Öffentlichkeit in den kleinen und überschaubaren
Schulgemeinden begleitete aufmerksam seine Bemühungen,
die Sechsjährigen in die Kunst des Lesens und
Schreibens einzuführen , den Zwölfjährigen
die Dezimalbruchrechnung beizubringen und die Vierzehnjährigen
mit den Grundbegriffen der Biologie oder der Physik
vertraut zu machen.
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Häufig
saßen vom Montag bis zum Sonnabend gleichzeitig
50 und mehr Kinder zusammen in den Bänken. Die
Schülerjahrgänge in Abteilungen zusammengefasst,
arbeitete jeweils eine der Abteilungen direkt mit
dem Lehrer, währenddessen die anderen in der
Stillarbeit die angebotenen Lernstoffe vertieften.
Die Stillarbeit der Jüngeren, insbesondere der
Lernanfänger, betreuten Helfer aus den Reihen
der älteren Schülerinnen und Schüler.
Auch der durch eine längere Erkrankung entstandene
Aufholbedarf oder die punktuelle Lernschwäche
Einzelner konnten durch das Helfersystem ausgeglichen
werden. Um Erfolg zu haben, mussten die Schüler
lernen, sich zielgerichtet zu konzentrieren und selbständig
zu arbeiten. Rücksichtnahme auf die still Arbeitenden
und Sozialverhalten in der Betreuung von Jüngeren
oder Leistungsschwächeren wurden so zu Selbstverständlichkeiten,
ohne die in dieser Schulform das Leben und Lernen
kaum möglich waren.
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Neubau
der Einklassigen Volksschule
Der von Landrat Jentzsch dem Amtmann Schmücker vorgeschlagene Anbau
eines größeren Klassenraumes an das derzeitige Gebäude
erwies sich als unzweckmäßig, "weil diese Bauerei aber
sehr hoch (11.000 M) veranschlagt war, so nahm die Gemeinde Abstand von
dem angeführten Plan und beschloss, das alte Haus abzubrechen und
auf dessen Stelle ein ganz neues Schulhaus mit Wirtschaftsraum zu errichten",
schrieb Lehrer Keck in die Schulchronik. Bei dem Altbau muss es sich
um einen einfachen Fachwerkbau gehandelt haben, denn der am 14. Mai 1880
begonnene Abriss war bereits nach vier Tagen abgeschlossen, sodass "der
Grundstein zum Neubau am 29. Mai 1880 gelegt" werden konnte. Am
Nikolaustag desselben Jahres konnte Vikar Pollmeyer dem Schulhaus den
kirchlichen Segen erteilen.
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Nach
der dritten und abschließenden
Aufteilung der seit dem Mittelalter
gemeinschaftlich genutzten Hudeflächen
im Jahre 1854 gehörten zu der "Schullehrerstelle" in
Marienloh rund 4 Morgen Ackerland.
Infolge der äußerst eingeschränkten
Möglichkeiten des Zukaufs und
dem verbreiteten Mangel an Bargeld
war die Lehrerfamilie auf dem Lande,
wie alle anderen auch, weitgehend auf
die Selbstversorgung mit Lebensmitteln
angewiesen. Dem entsprachen auch die
Räumlichkeiten des Neubaus, und
Keck spricht deshalb von einem Wirtschaftsraum.
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Abb.
Nr. 3
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Die
Knabenschule am Senneweg
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"Beim
Neubau des Schulgebäudes ist an die Dienstwohnung
eine Scheune mit großem Einfahrtstor, Scheunendeel,
Wirtschaftsboden, Bühnen für Korn, Ställe
für mehrere Schweine und Kühe eingebaut;
auch die alte Schule vor 1880 hatte Wirtschaftsgebäude",
hat Lehrer Friedel in einer Eingabe am 10.11.1922
an die Regierung das zur Dienstwohnung gehörende
Gebäude beschrieben. Eine Fläche von dem
seit 1854 zur Stelle gehörenden Schul- oder
auch Dienstlandes wurde 1906 zur Anlage des Bahnhofes-
von der Gemeinde verkauft. Als Schulland verblieben
waren dort etwa 2 1/4 Morgen Feldland.
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Wie
auch seine Vorgänger, war Anton Keck 1878 als "Alleinstehender
Lehrer" nach Marienloh gekommen. Als Alleinstehender
Lehrer war er Schulleiter und Klassenlehrer in Personalunion.
In dieser Doppelfunktion erhielt er zu seinem Gehalt
eine "Nichtruhegehaltsfähige Stellenzulage".
Aufgrund der für den Volksschullehrer verbindlicher
Residenzpflicht hatte er in seinem Dienstort eine
Wohnung zu nehmen. Mit der Einweisung in die Dienstwohnung
nahm er zugleich die Aufgaben eines Hausverwalters
für die gesamte Anlage wahr. Das blieb in Marienloh
so, bis 1969 die Stadt Paderborn die Schulträgerschaft übernahm
und einen Hausmeister anstellte.
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Neben
dem Kreisschulinspektor (Schulrat) als Aufsichtsinstanz
für die Volksschulen fungierte in Preußen
auf örtlicher Ebene bis 1918 der Lokalschulinspektor.
Im § 1 der von der Königlichen Preußischer
Bezirks=Regierung in Minden am 31.12.1826 verfügten "Instruction
für Schullehrer" war dessen Funktion definiert: "Der
Prediger (Pfarrer) ist überall als Lokal=Inspector
der nächste Vorgesetzte des Schullehrers, sowohl
in Schul- als auch in Kirchen=Angelegenheiten, sofern
mit dem Schulamt auch ein Kirchendienst (Organistenamt)
verbunden ist". Explizit beschreibt der § 2
das Vorgesetztenverhältnis: "Der Schullehrer
ist daher dem ihm vorgesetzten Prediger (Pfarrer)
in allen Amtsangelegenheiten Gehorsam schuldig, und
hat sich in allem, was seine Amtsführung betrifft,
zunächst an ihn zu wenden". Der Lokalinspektor
kontrollierte die Einhaltung der Unterrichtszeiten,
dazu bestimmte der § 17: "In jeder Schule
muß sich ein schön geschriebener und reinlich
gehaltener Lektionsplan (Stundenplan) aufgehängt
befinden.“
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Nachdem
Marienloh am 24. März 1894 zur selbstständigen
katholischen Pfarrei erhoben war, wurde der Pfarrer
Ahlemeyer durch die Verfügung der Bezirksregierung
zum Lokalschulinspektor in der Gemeinde Marienloh
bestellt. Mit dem Ende der Monarchie 1918 gehörte
auch die örtliche Schulaufsicht durch Geistliche
der Schulgeschichte an.
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Ein
Erlass aus dem Jahre 1907 hatte die Durchführung
des Turnunterrichtes an den Volksschulen auch in
der Winterzeit für die älteren Jahrgänge
vorgeschrieben. Das führte in Marienloh zur
Einrichtung eines "Turnplatzes". Neben
der Schule bauten Handwerker ein Reck und einen Barren
auf. Dazu kam noch eine mit hellem Sennesand gefüllte
Grube für den Weit- und den Hochsprung. Zwei
Sprungständer mit einer Sprungschnur vervollständigten
diese Anlage. Konnten dann noch ein Ball oder mehrere
angeschafft werden, so war das schon eine brauchbare
Ausstattung für den Schulsport. Das blieb bis
weit in die 1950er Jahre hinein die Standardausrüstung
vieler Schulen auf dem Lande. Turn- oder gar Schwimmhallen
zu bauen und zu unterhalten war bis dahin keine Landgemeinde
oder Kleinstadt finanziell in der Lage.
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Die
Errichtung der Mädchenschule
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg in Marienloh die Zahl der schulpflichtigen
Kinder dergestalt an, dass die Bezirksregierung die Gemeinde zur Einrichtung
einer zweiten Lehrerplanstelle drängte. Längst war wieder die
Halbtagsschule eingeführt worden, 1910 besuchten 114 Kinder die
Schule. Mit der Schaffung der 2. Lehrerstelle war zwangsläufig auch
die Raumfrage für eine zweite Unterrichtsklasse gestellt, was wegen
der damit entstehenden Kosten keineswegs auf einmütige Zustimmung
im Dorf stieß. Das musste auch Joseph Friedel, seit 1909 Stelleninhaber,
erfahren. Dennoch gab er nicht nach und nach mehrfachen Verzögerungen
wurde dann doch zum 1. April 1913 die zweite Planstelle genehmigt und
mit der Lehrerin Elisabeth Jakobi besetzt. Am westlichen Rande des Lehrergartens
war derweil der Neubau im Entstehen, in dem am 17. Oktober 1913 die Lehrerin
Jakobi mit einer Klasse von 51 Mädchen - daher die heute noch ortsübliche
Bezeichnung Mädchenschule - den Unterricht aufnehmen konnte. Marienloh
hatte nun eine zweiklassige Schule mit einem "Ersten Lehrer" und
einer weiteren Lehrkraft. Nun war man auch in der Lage, die zu der Zeit
unerwünschte Koedukation aufzugeben. Der Schulchronist Friedel schreibt
dazu: "Auf Anordnung des Kreisschulinspektors Schulrat Brand hört
nunmehr der Halbtagsunterricht auf und die Trennung der Geschlechter
wird 'nach der im Kreise Paderborn üblichen Weise' eingeführt.
Der Lehrer behält die 6 oberen Jahrgänge Knaben, die Lehrerin
bekommt die 6 oberen Jahrgänge Mädchen, die 2 unteren Jahrgänge
bleiben zusammen und werden von den Lehrpersonen gemeinsam in 12 Unterrichtsstunden
unterrichtet."
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Der
wöchentliche Stundenplan für die Oberklasse
der Jungen sah 5 Stunden Religion, 8 Std. Deutsch,
5 Std. Rechnen/Raumlehre, je 1 Stunde Geschichte,
Erdkunde, Naturlehre, Gesang und Zeichnen sowie 2
Stunden Turnen vor. Die Mädchenklasse erhielt
keinen Unterricht in Raumlehre und eine Turnstunde
weniger, dafür 2 Std. Hand- oder Nadelarbeit.
Für die weiterhin koedukativ geführten
ersten und zweiten Schuljahre wies der Stundenplan
12 Wochenstunden, 2 Std. Religion, 3 Std. Rechnen,
6 Std. Deutsch und eine Stunde Gesang aus. Im Rahmen
des Deutschunterrichtes wurde in besonderen Übungen
das "Schönschreiben", die Ausformung
und Pflege der persönlichen Handschrift, betrieben.
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Zwischen
den beiden Weltkriegen war die Schülerzahl
in Marienloh rückläufig
und zum Beginn des Schuljahres 1939/40
auf 70 Kinder zurückgegangen.
Auf den Antrag der Gemeinde hin,
sie trug durch Zahlungen an die Landesschulkasse
Teile der Lehrerbesoldung direkt
mit, wurde die 2. Planstelle gestrichen.
Der Lehrer Heinrich Nolte (1887-1964),
der 1927 dem im Vorjahr verstorbenen
Joseph Friedel als Stelleninhaber
gefolgt war, war nun Alleinstehender
Lehrer wie seine Vorgänger.
Jedoch, während des 1939 ausgebrochenen
2.Weltkrieges stieg durch Zuzüge
von Familien die Schülerzahl
wieder an, und kam zum Schuljahresbeginn
1943/44 auf 92 Kinder. Daraufhin
richtete die Regierung die 2. Planstelle
wieder ein und besetzte sie mit der
Lehrerin Elisabeth Claus. Nunmehr
wurden alle Jahrgänge koedukativ
geführt und unterrichtet. Die
Klasse 1, die 1. - 4. Schuljahre, übernahm
die Lehrerin Claus, das fünfte
bis achte Schuljahr, die Klasse 2,
Lehrer Nolte.
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Abb.
Nr. 4
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Die
Mädchenschule von 1913 an der
Detmolder Straße
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Als
Beitrag zur Versorgungslage der Bevölkerung
und zur Erfassung von Altmaterialien für die
Rüstungsindustrie wurden während der
Kriegsjahre von den Schulkindern regelmäßig
Heilkräuter-, Spinn- sowie Wertstoffsammlungen
und Kartoffelkäfersuchaktionen durchgeführt.
Mit der Aufnahme der ersten bombengeschädigten
Familien im Ort wurden die Auswirkungen des Luftkrieges
deutlich. Im vorletzten Kriegsjahr, 1944 rückte
der Krieg näher und der Ortschronist verzeichnete
in Marienloh 108 Fliegeralarme. Zwangsläufig
litt darunter der Schulbetrieb, da mangels ausreichender
Schutzräume in den beiden Schulhäusern
die Kinder jedes Mal die in ihren Elternhäusern
eingerichteten Luftschutzkeller aufsuchen mussten.
In der Endphase des Krieges sollten sich diese
Belastungen noch verstärken, vom 1. Januar
bis zum 30. März 1945 sind im Marienloher
Alarmkalender 63 Luftalarme und ein verlustreicher
Bombenangriff Anfang Januar aufgezeichnet. Mit
der Entlassung der Vierzehnjährigen am 28.
März schloss vorerst die Schule.
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Unmittelbar
nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen am 3.
April 1945 in Marienloh quartierten sich diese
in der Mädchen- und in der Knabenschule ein.
Für die schulpflichtigen Kinder begann damit
ein sechsmonatiger Unterrichtsausfall. Zuvor, vom
11. Dezember 1944 bis zum 29. Januar 1945 hatten
die Kinder wegen des Fehlens von Heizmaterial bereits "Kohlenferien" gehabt.
Die Besatzungsmacht, seit dem Frühsommer die
britische Militärregierung in Hannover, benötigte
Zeit, um das gesamte Schulwesen neu auszurichten
und wieder funktionsfähig zu machen. Dazu
gehörte, das Lehrpersonal und die Schulverwaltungen
auf mögliche NS-Belastungen zu überprüfen
und mit besonderen Schuloffizieren eigene Aufsichtsinstanzen
einzurichten. Unter strikten Vorgaben, "kein
Lehrer darf unterrichten, wenn er nicht vom H.Q.
(Hauptquartier) zugelassen ist" und "kein
Lehrbuch da darf gebraucht werden, wenn es nicht
von der Kontroll=Kommission gebilligt ist" -
so die Besatzungsbehörde - konnte endlich
zum 1. Oktober 1945 in Marienloh der Unterricht
für die Jahrgänge 1 bis 4 begonnen werden. "Am
26.10. wurde auf Anordnung der Militärregierung
auch der Unterricht der Oberstufe aufgenommen",
konnte Lehrer Nolte er leichtert in die Schulchronik
eintragen.
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In
der alle bedrückenden Zeit unmittelbar
nach Kriegsende standen Schüler
und Lehrer vor bis dahin ungekannten
Problemen. "Die Kinder müssen
sich erst wieder am die Schule gewöhnen,
an Ordnung, Pünktlichkeit, Sauberkeit,
Stillsitzen und Achtgeben",
stellte der Schulchronist fest. Zudem
waren die Arbeitsbedingungen kaum
beschreibbar. Verständlicherweise
waren von der Besatzungsmacht rigoros
alle Schulbücher aus der NS-Zeit
verboten worden, andere aber nicht
greifbar. "Wir fingen an ohne
Schulbücher", beschreibt
Lehrer Nolte den schulischen Alltag
und fährt fort: "Hefte,
Federn, Tafeln (für die Lernanfänger)
und Griffel waren sehr schwer zu
beschaffen. Erst im neuen Jahre gab
es für jedes 2. oder 3. Kind
eine Fibel, ein Rechenbuch und ein
Lesebuch."
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Abb.
Nr. 5
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Erklärung
des Lehrers Heinrich Nolte vom 18.09.1945
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Der
in Paderborn stationierte britische Schuloffizier
beaufsichtigte die Schulen und hatte dafür
jederzeit und unangekündigt Zutrittsrecht
zu den Schulgebäuden und Klassenräumen.
Zu all dem hinzu kam die allgemeine Not im Nachkriegsdeutschland.
Das Ausmaß dieser Bedrängnis machte
eine Weisung des Schuloffiziers an den Landrat
in Paderborn vom 30.09.1945 deutlich: "Es
wird Ihnen nochmals die Warnung erteilt, dass Heizmaterial
wie Kohle oder Koks für das Heizen der Schulen
in diesem Winter nicht, ich wiederhole NICHT zur
Verfügung gestellt wird. Es sind daher alle
Vorbereitungen zu treffen, dass ein Holzvorrat
jeder Schule zur Verfügung steht." Daraufhin
ordnete der Landrat an, "dass Gruppen von
Kindern entsprechenden Alters unter genehmigten
Lehrern zusammengestellt werden, um geeignetes
Abfallholz zum Heizen der Schule zu sammeln." Im
Sommer 1946 waren die ersten aus den deutschen
Ostprovinzen vertriebenen Familien in Marienloh
aufgenommen worden. Mit der nun ansteigenden Zahl
der schulpflichtigen Kinder wuchs auch der Anteil
der evangelischen Schüler auf 28 an, so dass
der pensionierte Lehrer Wellpott aus Bad Lippspringe
erstmals in Marienloh evangelischen Religionsunterricht
planmäßig erteilte.
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Unter
Bruch der Bestimmungen des 1933 zwischen dem Deutschen
Reich und dem Vatikan abgeschlossenen Konkordats
war mit Beginn des Schuljahres 1939/40 auch in
Marienloh die katholische Volksschule in eine Gemeinschaftsschule
mit der Benennung Volksschule Marienloh umgewandelt
worden. Im Frühjahr 1946 ordnete die britische
Militärregierung in ihrer Besatzungszone eine
Abstimmung über die Wiedereinführung
der Bekenntnisschulen im Sinne des Reichskonkordats
an. Dazu hatten die Erziehungsberechtigten in einer
schriftlichen Erklärung ihren Wunsch nach
Einrichtung einer konfessionellen Schule zu bekunden.
Die Stimmen derjenigen, die sich nicht an der Abstimmung
beteiligten, wurden als Voten für die Beibehaltung
der Gemeinschaftsschule bewertet. "Nur für
2 evangelische Kinder in Marienloh wurde keine
Erklärung abgegeben", hielt der Schulchronist
fest. Ein Jahr darauf zitierte er die Verfügung
des Regierungspräsidenten in Minden vom 6.
August 1947: "Die aus öffentlichen Mitteln
unterstützten Volksschulen des Kreises Paderborn
erkläre ich auf Grund der Erziehungsanordnung
Nr. 1 der Militärregierung vom 14. Januar
1946, Abschn. II, Ziff. 3, sowie auf Grund des
Abstimmungsergebnisses der Elternschaft zu Bekenntnisschulen.
Da in diesen Volksschulen nur oder in erdrückender
Mehrheit katholische Schulkinder vorhanden sind,
werden sie katholischen Volksschulen benannt."
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Mit
dem 12. Januar 1947 ist eine bis dahin
unbekannte Einbindung der Erziehungsberechtigten
in die Arbeit der Schule datiert. In
dem 1946 gebildeten Land Nordrhein-Westfalen
fanden an diesem Tage erstmals überhaupt
Wahlen zu Elternbeiräten statt.
Darüber berichtet die Schulchronik: "Auf
Anordnung des Regierungspräsidenten
in Minden muss für jede Schule
ein Elternbeirat gewählt werden.
Am 12.1. fand eine Elternversammlung
in der Schule statt. Da nur ein Wahlvorschlag
eingereicht wurde, war eine Wahl nicht
notwendig."
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Abb.
Nr. 6
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Noch
ohne Landeswappen: Der erste Schulstempel
1948
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Dann
folgen die Namen der gewählten Väter: "l.
Wilhelm Deppe, 28, Vorsitzender, 2. Wilhelm Schäfers,
34, Sattler, 3. Johannes Düsterhaus, 48, Bauer,
4. Bernhard Greitemeier, 38, Wiesenmeister, 5. Anton
Hartmann, 21, Stellmacher." Die Zahlen hinter
den Personen beziehen sich auf die Nummern der Wohnhäuser,
als Adressenangabe war das zu der Zeit üblich.
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Zum
Schuljahresbeginn 1948/49 besuchten 131 Kinder die
Katholische Volksschule in Marienloh. Mit der bislang
praktizierten Aufteilung der Schüler in zwei
Klassen ließ sich diese Anzahl nicht mehr in
den beiden vorhandenen Unterrichtsräumen unterbringen.
Notgedrungen erfolgte darum erstmals die Bildung
von 3 Klassen. In der Klasse 1 waren die 43 Mädchen
und Jungen des ersten und zweiten Schuljahres, in
der Klasse 2 die 40 des 3. und 4., und in der Klasse
3 die 48 Kinder des 5. - 8. Schuljahres zusammengefasst.
Der Raummisere wegen musste auch nachmittags unterrichtet
werden.
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Da
die für die dritte Klasse benötigte
Lehrkraft nicht genehmigt wurde,
erteilten Lehrer Nolte und Frl. Claus über
ihre Pflichtstundenzahl hinaus unentgeltlich
Mehrstunden. Nur eingeschränkt,
aber mit großem Verantwortungsbewusstsein
gegenüber den Kindern und viel
Improvisationsgeschick ließ sich überhaupt
der Unterricht organisieren und durchführen.
Als dann zum Schuljahr l949/50 die
Statistik 155 Schulpflichtige nachwies,
wurde die Gemeinde tätig.
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Abb.
Nr. 7
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Lehrer
Nolte mit seiner Klasse (Jahrgänge
1935 – 1938)
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Zu
der Sitzung des Gemeinderates vom 3. April 1949
bestand die Tagesordnung aus nur einem Punkt: "Nach
vorhergehender Beratung wurde die Einrichtung
einer 3. Schulstelle beschlossen.“ Unter
welchen Bedenken wegen der Beteiligung der Gemeinde
an der Stellenfinanzierung dieser Beschluss zustande
gekommen war, zeigt der nachfolgende Satz: "Falls
Veränderungen auftreten, wird die Schulstelle
wieder aufgegeben.“ Nun konnte die 3. Planstelle
mit dem Junglehrer Theodor Fockele aus Paderborn
besetzt werden.
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Mit
dem Ende des Schuljahres 1951/52 hatte der Schulleiter,
Lehrer Heinrich Nolte, die Pensionierungsgrenze erreicht
und ging in den Ruhestand. Am 1. April 1952 trat
Johannes Menke die Nachfolge an. Da an der Volksschule
Marienloh 3 Lehrerplanstellen geführt wurden,
nahm J. Menke den Dienst als Hauptlehrer auf.
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Eine
dreiklassige Schule in drei Schulhäusern
Durch die Bildung der dritten Klasse war ein Raumbedarf offenkundig geworden,
der sich mit der Fortführung des Nachmittagsunterrichtes nicht dauerhaft
ignorieren ließ. Jedoch, die gesamtwirtschaftlich immer noch äußerst
schwierigen und labilen Nachkriegsjahre ließen für die finanziell
schwache Landgemeinde Marienloh eine zukunftsweisende und großzügige
Lösung der Schulraumfrage als kaum denkbar erscheinen. Außerdem
hatte, wenn auch erst schleppend anlaufend, der Wegzug der Bombengeschädigten
in ihre Heimatgemeinden begonnen, und nicht nur viele Ostvertriebene
hatten zu der Zeit die Hoffnung auf ihre Rückkehr in ihre angestammte
Heimat in Schlesien oder Ostpreußen noch nicht aufgegeben.
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Gleichsam
als Übergangslösung bot sich hier die Anmietung
des damals am heutigen v. Haxthausen Weg stehenden
Pfarr- und Jugendheimes an. So fasste der Gemeinderat
am 22. Juni 1953 folgenden Beschluss: "Die Gemeinde
Marienloh beabsichtigt, im kommenden Herbst im Jugendheim
einen Raum zur Einrichtung eines Klassenzimmers für
die Volksschule zu pachten." Zugleich gab man
die bislang übliche Möblierung der Klassenräume
mit stabilen, von örtlichen Tischlern gefertigten
4-, 6- und auch 8-sitzigen Bänken samt dazugehörigen
entsprechend langen Schreibpulten auf. Der Drehstuhl,
zu der Zeit als Neuheit von maßgeblichen Pädagogen
favorisiert, sollte zur Auflockerung des traditionellen
Frontalunterrichtes beitragen und damit modernen
Unterrichtskonzeptionen zum Durchbruch verhelfen.
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Dennoch,
letztlich beschafft wurden dann 30 einfache Stühle.
Ob das aus Kosten- oder anderen Gründen erfolgte,
muss offen bleiben. Immerhin, die sprichwörtlich
gewordene Schulbank war mit dieser Anschaffung
auch in Marienloh zu einem Teil, der Schulgeschichte
geworden. Der Unterricht in der dreiklassigen Volksschule
in Marienloh fand jetzt an drei voneinander getrennten Örtlichkeiten
statt. Das konnte sowohl in pädagogischer
als auch in wirtschaftlicher Sicht keine Lösung
von Dauer sein. Zumal, wie zunächst noch erwartet,
die Schülerzahl nicht nur keine fallende,
sondern eher eine leicht steigende Tendenz erkennen
ließ.
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Die
steigende Bevölkerungszahl der Gemeinde veranlasste
diese bereits im Jahre 1913 in unmittelbarer Nähe
der Knabenschule eine neue Mädchenschule zu
bauen. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges setzte
eine rege Siedlungstätigkeit auf der Klusheide
ein. Die Zahl der Bevölkerung wuchs auf 900,
die Zahl der Schulkinder auf 140. Die Einrichtung
eines 3. Klassenzimmers im Jugendheim wurde notwendig.
Der durch die starke Entwicklung des Kraftwagenverkehrs
auf der Bundesstraße 1 verursachte Lärm
machte einen ungestörten Unterricht in den vorhandenen
Schulgebäuden unmöglich.
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| Für
die Gemeinde bestand somit Handlungsbedarf, da auch
die Knabenschule am Senneweg nach mehr als 70-jähriger
Nutzung dringend einer Renovierung bedurfte. Darum
hatte sich der Gemeinderat erstmals schon am 5. August
1950 mit der Frage beschäftigt, "eine neue
2-klassige Volksschule mit der Möglichkeit einer
Erweiterung auf 3 Schulräume zu errichten. Voraussetzung
hierfür ist, dass zunächst ein entsprechendes
Baugrundstück vorhanden ist." |
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Der
Neubau einer dreiklassigen Volksschule
Bei der Suche nach einem ausreichend großen und abseits der Bundesstraße
l mit ihrem ständig zunehmenden Verkehrslärm gelegenen Baugrundstück
fand sich schließlich auf der Sommerbrede ein Areal in der Größe
von 4300 m². Der Eigentümer, der Bauer Franz Düsterhaus
(Rheker), Hausnummer 9, zeigte sich einverstanden mit der Abgabe dieser
Fläche an die Gemeinde. Auf dem Tauschwege erhielt Düsterhaus
dafür das am Bahnhof liegende Schulland in der Größe
von 5656 m².
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Der
danach neu angelegte Weg - heute Sommerbrede - erschloss
als Schulweg die Zufahrt zu dem künftigen Schulgelände.
Aufgrund der sich seit Jahren festigenden Schüler-
und damit der Klassenzahl, sowie der kostenneutral
geklärten Bauplatzfrage, konnte der Gemeinderat
am 15.12.1953 beschließen, durch da« Staatshochbauamt
einen Entwurf für einen Volksschulneubau fertigen
zu lassen»
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Daraufhin
legte der Baurat Steinbiß am l8. Februar
1953 einen Vorentwurf mit diesem Raumprogramm vor: "3
Schulklassen, 1 Gruppenzimmer, 1 Lehrerzimmer,
Kachelofenheizung, 2 Wannenbäder, Brausebäder,
1 Lehrerdienstwohnung, 1 Dienstwohnung für
Lehrerin, Lehrküche und Unterstellraum für
Feuerwehrspritze." Die Baukosten für
das Projekt schätzte Steinbiß auf rund
2oo.ooo DM ein. Den Verkaufserlös für
die beiden bestehenden Schulhäuser setzte
er mit 45.000 - 50.000 DM an. Die zu erwartenden
staatlichen Fördermittel mussten durch ein
aufzunehmendes Darlehen aufgestockt werden.
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Am
4. Januar 1954 vergab der Gemeinderat den Planungsauftrag
zum Bau der Schule nach dem vorstehenden Raumprogramm
an den Architekten Josef Becker aus Paderborn. Anfang
August erfolgte dann der obligatorische "Erste
Spatenstich" durch die örtlichen Honoratioren.
Für eine kleine Dorfgemeinschaft wie in Marienloh
bedeutete ein Bauwerk in dieser Größenordnung
nicht nur in finanzieller Hinsicht ein "Jahrhundertprojekt".
Ausführlich schreibt dazu der Schulchronist
Johannes Menke: "Am Sonntag,19. Sept. 54, wurde
feierlich der Grundstein gelegt und vom Rel.-Dozenten
Pollmann in Vertretung von Pfarrer Stracke eingesegnet
im Beisein von den Schulkindern, den Lehrpersonen,
der Gemeindevertretung, dem Amtsdirektor, dem Architekten,
den Bauleuten, den Einwohnern. Die Feier wurde umrahmt
von Liedern und Gedichten der Schulkinder."
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Im
Verlauf der Feierstunde verlas Bürgermeister
Füller den Text der Urkunde, die, in einer kupfernen
Hülse gesichert, in die Grundmauer eingelassen
wurde. Weil in der Urkunde wesentliche Angaben zur
Vorgeschichte, zur Ausführung des Bauwerks sowie
der daran Beteiligten überliefert sind, folgt
hier der Wortlaut: "In der öffentlichen
Sitzung des Gemeinderates von Marienloh am 19. September
1952, an der Ferdinand Füller als Bürgermeister,
Ludger Finke, Karl Fischer und Viktor Messias als
Ratsmitglieder sowie Amtsdirektor Dr. Josef Rose
aus Altenbeken als Protokollführer teilnahmen,
wurde der einstimmige Beschluss gefasst, eine neue
dreiklassige Volksschule zu bauen.“ Dieser
Beschluss wurde in einer Bürgerschaftsversammlung
am l0. April 1953 von den zahlreich erschienen Männern
der Gemeinde einstimmig gebilligt.
Nach Aufstellung und Genehmigung des Finanzierungsplanes in Höhe
von 190 000 DM durch die Bezirksregierung in Detmold wurde am 2. August
1954 mit dem Bau begonnen, zu einer Zeit, als Dr. Lorenz Jäger Erzbischof
von Paderborn, Josef Stracke Pfarrer in Marienloh war, die Schule von
Johannes Menke geleitet wurde und Frl. Elisabeth Claus und Theodor Fockele
als Lehrkräfte an der Schule tätig waren.
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Mit
der Planung und Bauleitung wurde der Architekt B.
D. A. Josef Becker, Paderborn, Bleichstraße,
beauftragt. Maurer-, Beton-, Stahlbeton-, Putz- und
Entwässerungsarbeiten führten in Arbeitsgemeinschaft
die Firmen Erich Kleinschlömer, Paderborn und
Konrad Mollet, Marienloh aus. Die Zimmerarbeiten
führte Firma Spohn, Paderborn, aus, Dachdeckerarbeiten
die Firma August Buch, Bad Lippspringe und Klempnerarbeiten
die Firma Joh. Lütkehaus, Marienloh.
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| „Möge
diese Schule zur Ehre Gottes, zum Wohle der Gemeinde
und zum Nutzen der Kinder gereichen. Marienloh, 19.
September 1954 (Unterschriften)". Fast auf den
Tag genau, am 24. September 1955, konnte die neue Volksschule "Am
Wäldchen" von dem katholischen Ortsgeistlichen
Pfarrer Stracke gesegnet und dann voll in Nutzung genommen
werden. Wie im Raumprogramm vorgesehen, waren im Kellergeschoß Wannen-
und Brausebäder zur Benutzung durch die Einwohnerschaft
eingebaut. Den Badebetrieb beaufsichtigte der bei der
Gemeinde angestellte Amtsgehilfe. Dem Beschluss des
Gemeinderates zufolge hatte der Benutzer für ein
Wannenbad 0,50 DM, für das Brausebad 0,30 DM zu
entrichten. |
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| Mit
einem separaten Eingang vom Wäldchen her war ebenfalls
im Kellergeschoß eine Anlage mit Gefrierfächern
installiert. Diese wurde gegen einen jährlichen
Pachtzins von 150,00 DM von der Gefriergenossenschaft
Marienloh betrieben. Als in den 60-er Jahren Kühl-
und Gefriertruhen zum Standardinventar ländlicher
Haushalte mit den üblichen Hausschlachtungen wurden,
erfolgte der Abbau der Anlage. Zur gleichen Zeit wurde
auch der Badebetrieb eingestellt. Der auch im Kellergeschoß erstellte
Raum für die Feuerwehr wurde 1968 zur PKW-Garage
für den Inhaber der Dienstwohnung umfunktioniert. |
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Der
im Pavillonstil gestaltete und großzügig
mit Fensterflächen ausgestattete
Bau wurde entgegen der ursprünglichen
Projektierung durch eine mit Koks befeuerte
Warmwasserzentralheizung mit Wärme
versorgt. Zu dieser Zeit noch ohne
Umwälzpumpen installiert, zeigte
sich gleich im außergewöhnlich
harten Winter 1955/56, dass die Klassenräume
nicht über 13-14°C Raumtemperatur
hinaus erwärmt werden konnten.
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Abb.
Nr. 8
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Die
dreiklassige Katholische Volksschule
1955
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Daraufhin
baute die damals ortsansässige Holzbaufirma
Prior in allen Klassen Doppelfenster ein, wodurch
die Fensterbänke erheblich an Fläche
verloren. Am 28. August 1956 stellte der Gemeinderat
fest, dass "die Gesamtkosten des Schulneubaues
sich auf 242.670,94 DM belaufen". Während
die Mädchenschule an Privatleute verkauft
werden konnte, blieb die Knabenschule weiterhin
im Besitz der Gemeinde. Nach deren Umbau zu Wohnzwecken
wurden die Räumlichkeiten an Private vermietet.
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Am
1. April 1965 besuchten 140 Kinder die Schule, so
dass entsprechend der vorgegebenen Klassenmesszahl
eine vierte Klasse gebildet werden musste. Die damit
erforderlich gewordene 4. Planstelle wurde mit der
Lehrerin Schmidt-Gemünden besetzt. Aus finanziellen
Gründen hatte Gemeinde die in der Raumplanung
vorgesehene Lehrküche im Kellergeschoss nicht
entsprechend ausstatten können. Nunmehr wurde
hier ein Behelfsklassenraum eingerichtet. Im Frühjahr
1966 stellte dann die Marienloher Firma Prior auf
dem Schulhof einen zweiklasssigen Schulpavillon in
Fertigbauweise auf, so dass der Klassenraum im Keller
aufgegeben werden konnte.
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Die
Neuordnung der Volksschule
Am 5.März 1966 hatte der Landtag in Düsseldorf das Gesetz zur
Neuordnung des Volksschulwesens verabschiedet, dessen erste Auswirkung
zwei Kurzschuljahre (1.4.66 - 30.11.66 und 1.12.66- 31.7.67) waren. Mit
dem Beginn des ersten Kurzschuljahres trat die Verlängerung der
Schulpflicht auf neun Jahre in Kraft.
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Die
davon betroffenen 13 Marienloher Schüler/innen
wurden deshalb in die benachbarte Lippspringer Volksschule
umgeschult. Nach dem Ende der Kurzschuljahre erfolgte
die Verlegung des Schuljahresbeginns vom 1. April
auf den 1. August des Kalenderjahres. Zum 1. August
1968 wurde dann die Aufteilung der tradierten Volksschule
in zwei selbständige Schulsysteme, die Grundschule
mit den Schuljahrgängen 1 - 4, und die Hauptschule
mit den Schuljahrgängen 5 - 9, später 10,
vollzogen. Ein Anliegen der Schulreform war, durch
die Einrichtung größerer Schulen mit Jahrgangsklassen
die Bildungsmöglichkeiten und -angebote für
die Kinder zu erweitern. Deshalb sollten Hauptschulen
in der Regel zweizügig, und Grundschulen einzügig
geführt werden. Das bedeutete für viele
Gemeinden den Verlust der eigenen örtlichen
Schule. Zugleich auch das Ende der Landschule überhaupt.
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Zum
Ende des 1. Kurzschuljahres, am 30.11.66, war Hauptlehrer
Menke wegen der Erreichung der Altersgrenze in den
Ruhestand verabschiedet worden. So wie auch Johannes
Menke, hatten bis dahin alle Stelleninhaber in Marienloh
zugleich das Organistenamt in der Pfarrkirche ausgeübt.
Am 1.11.1967 übernahm Hauptlehrer Henner Schmude,
zuvor tätig in Nordhagen, die Schulleitung.
Zum Stichtag, dem 15.10.67, besuchten 137 Kinder
die Schule, die in 4 Klassen (I = 1./2. Schuljahr,
II = 3./4. Schulj. III = 5./6. Schulj. und IV = 7./8.
Schulj.) unterrichtet wurden.
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Etwa
zeitgleich mit den Bemühungen um die Reform
der Volksschule kam eine landesweit durchzuführende
Kommunalreform in die allgemeine Diskussion. Vorausschauend
hatte deshalb der Marienloher Gemeinderat mit Engelbert
Meyer als Bürgermeister frühzeitig Verhandlungen
mit der Stadt Paderborn mit dem Ziel der Eingemeindung
des Dorfes als Stadtteil aufgenommen. Als am 12.
Februar 1968 der Gemeinderat Marienloh, und danach
am 20. Februar der Stadtrat Paderborn dem ausgehandelten
Gebietsänderungsvertrag zugestimmt hatten, sicherten
die Vertragsbestimmungen den Fortbestand der Schule
im Ort. Mit dem Blick auf die unmittelbar bevorstehende
Inkraftsetzung der Schulreform war folgende Aussage
wichtig: "Die Stadt Paderborn verpflichtet sich,
die zur Zeit in der Gemeinde Marienloh bestehende
Volksschule, soweit die gesetzlichen Bestimmungen
dies zulassen, als Grundschule (Klassen 1 - 4) zu
erhalten und möglichst mit vollen Jahrgangsklassen
zu führen."
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Da
der Gebietsänderungsvertrag erst zum 1. Januar
1969 in Kraft treten sollte, genehmigte der Landkreis
eine "Öffentlich-Rechtliche Vereinbarung",
nach der die Stadt Paderborn "die gesetzlichen
Aufgaben der Gemeinde Marienloh, Grund- und Hauptschulen
zu errichten und fortzuführen, mit Wirkung vom
1. August 1968 in ihre Zuständigkeit“ übernahm.
Das bedeutete definitiv die Auflösung der Katholischen
Volksschule Marienloh. In einer kleinen Feierstunde
am 27.6.68 wurden die zukünftig die Hauptschule
Bonifatius in der Stadtheide besuchenden 7l Kinder
der Schuljahrgänge 5 - 8 verabschiedet. In Marienloh
zurück blieben 66 in Marienloh schulpflichtige
Kinder der Schuljahrgänge 1 - 4.
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Die
Katholische Grundschule Marienloh
Um die von dem neuen Schulträger eingegangene Verpflichtung zur
Weiterführung einer einzügigen Grundschule in Marienloh auch
einhalten zu können, war die Zuführung von Kindern aus der
angrenzenden Stadtheide durch Schulbusse unumgänglich. In Elternversammlungen
in der Stadtheide mussten jedoch dort die Erziehungsberechtigten für
die Umschulung ihrer Kinder "auf das Land" gewonnen werden
Aber auch für die Kollegien und den Verkehrsträger, damals
die PESAG, waren Schulbusse und die Abstimmung von Fahrplänen auf
die Stundenpläne gänzliches Neuland, unbekannte Organisationsbereiche.
Auf die Erweiterung des Schulbezirks Marienloh folgte nun die Einrichtung
der Schulbuslinie, die seither die Hauptschüler aus dem Stadtteil
zu ihrer Schule, und Grundschüler aus der Stadtheide zur Schule
im Ort befördert.
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Nach
dem Ende der Sommerferien am 9. August 1968 nahm
die Katholische Grundschule Marienloh mit 143 in
Jahrgangsklassen geführten Kindern den Unterricht
auf. Das 1. Schuljahr (Klassenlehrerin Frau Rentel)
besuchten 35 Kinder, das 2. (Frl. Claus) 35, das
3. (Herr Käuper) 32 und das 4. (Hptl. Schmude)
41. Ein anderer, nicht minder wichtiger Teil der
Schulreform bestand in der Neuordnung der Lehrerausbildung.
Seit der Nachkriegszeit hatten nach bestandener I.
Staatsprüfung die Junglehrer die Pädagogische
Akademie verlassen, und waren mit einer Unterrichtsverpflichtung
von 30 Wochenstunden in den Schuldienst als außerplanmäßig
(apl) angestellte Lehrer eingetreten. Erst nach mindestens
zweijähriger Schulpraxis, während der die
Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften zur Fortbildung
verpflichtend war, konnte der apl. Lehrer die II.
Staatsprüfung als Voraussetzung zur planmäßigen
Anstellung auf Lebenszeit ablegen.
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Während
ihres Studiums hatten die Pädagogikstudenten
jeweils ein mehrwöchiges Stadt- und ein Landschulpraktikum
zu absolvieren. Seit Beginn dieser Ausbildungsform
waren stets Praktikanten der Akademie an der Volksschule
Marienloh eingesetzt. Nach der 1968 eingeführten
Ausbildungsordnung ist ein Universitätsstudium
Voraussetzung für die Zulassung zur I. Staatsprüfung.
Daran schließt sich ein zweijähriges Referendariat
in einem Ausbildungsseminar an, während dessen
von den Lehramtsanwärtern vor Ort in den Ausbildungsschulen
praktische Erfahrungen gesammelt werden müssen.
Mit der erfolgreichen Ablegung der II. Staatsprüfung
an der Ausbildungsschule endet das Referendariat,
und die nun erworbene Lehrbefähigung ist Voraussetzung
für die Bewerbung um eine Planstelle. Seit dem
Inkrafttreten der Ausbildungsreform 1968 bis in die
Gegenwart hinein beteiligen sich Mentoren und Mentorinnen
aus dem Kollegium an der Ausbildung des Lehrernachwuchses.
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Noch
vor der Übernahme der Schulträgerschaft,
ab dem 1. März 1968, hatte die Stadt Paderborn
es ermöglicht, dass noch mit der damaligen Volksschuloberstufe
im Kiliansbad erstmals der Schwimmunterricht aufgenommen
werden konnte. In dem Gebietsänderungsvertrag
war außer der Zusage zur Bestandssicherung
der Schule im Ort auch vereinbart worden: "Die
Stadt Paderborn wird eine Turnhalle an dieser Schule
errichten, sobald die dafür vorgesehenen Förderungsmittel
durch das Land NRW bereitgestellt werden." Um
den Zeitraum bis zum Bau der Turnhalle zu überbrücken,
richtete das Schulverwaltungsamt zunächst den
großen Kellerraum als Gymnastikraum ein. Ein
Spezialbodenbelag auf Schaumgummiunterlage ermöglichte
damit, wenn auch eingeschränkt, einen von der
Witterung unabhängigen Sportunterricht. Mit
der Übergabe der auf dem Schulgrundstück
errichteten Turnhalle durch Bürgermeister Schwiete
am 2. Oktober 1971 konnte dann dieses Provisorium
aufgegeben werden.
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Im § 2
des Gebietsänderungsvertrages war festgelegt: "Die
Stadt Paderborn wird Rechtsnachfolgerin der Gemeinde
Marienloh und übernimmt die vorhandenen Dienstkräfte." Seit
dem 21.09.1956 beschäftigte die Gemeinde einen
fest angestellten "Amtsgehilfen" zur Umsetzung
gesetzlich vorgeschriebener Maßnahmen und zur
Unterstützung des Bürgermeisters. Seit
1959 nahm Joseph Fischer (1933-2001) diese Stellung
ein. Mit Wirkung vom 1. August 1969 setzte das städtische
Schulverwaltungsamt den Amtsgehilfen Fischer als
Hausmeister für die Grundschule Marienloh ein.
Damit endete auch in Marienloh die seit jeher in
den Landschulen übliche Doppelfunktion von Schulleiter
und Hausverwalter. Um den Hausmeister in die Lage
zu versetzen, seiner Aufsicht- und Wartungspflicht
auch nachkommen zu können, drängte der
Schulträger auf die Umwandlung der bisherigen
im Gebäude befindlichen Schulleiterin eine Hausmeisterdienstwohung.
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Durch
die Aussiedlung des Landwirts Düsterhaus war
die Stadt in den Besitz des Wohnhauses Bendeslo Nr.6
gelangt. Dieses Haus wurde dem Schulleiter als Ersatz
für die bislang mit der Stelle verbundene Dienstwohnung
angeboten, und die Familie Fischer übernahm
1973 die Wohnung im Schulgebäude. Da bereits
zuvor die zweite Dienstwohnung privat vermietet worden
war, gibt es seither in Marienloh keine Lehrerdienstwohnungen
mehr. Hausmeister Joseph Fischer ging 1994 in den
Vorruhestand, sein Nachfolger Paul Nübel bezog
dann die Wohnung.
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Sowohl
im Ort selbst als auch in der Stadtheide hielt in
den 70er Jahren die rege Bautätigkeit weiterhin
an, so dass mit dem Zuzug vieler junger Familien
die Zahlen der schulpflichtigen Kinder erheblich
anstiegen. Mit Rücksicht auf die Aufnahmefähigkeit
der Grundschule Bonifatius erfolgte eine Ausweitung
des Grundschulbezirkes Marienloh in der Stadtheide.
Das hatte zur Folge, dass zum Schuljahr 1970/71 mit
50 Lernanfängern erstmals Parallelklassen gebildet
werden mussten. Wegen des damals bedrückenden
Lehrermangels sprangen Lehramtsanwärterinnen
als Aushilfen ein, und eine Kollegin übernahm
im Doppelordinariat die beiden Lernanfängerklassen.
Im darauf folgenden Schuljahr war die Schülerzahl
auf 44 zurückgegangen, so dass die Parallelklassen
zusammengelegt und als 2. Schuljahr weiter geführt
wurden.
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Nun
besuchten in den 5 eingerichteten Klassen 188 Kinder
die Schule. Nach den Stellenplänen hätte
für jede Klasse eine volle Lehrkraft zur Verfügung
stehen müssen, dagegen waren lediglich 3 Planstellen
oder 6o/4 der Lehrerstellen besetzt. Nur durch freiwillige
Mehrarbeit des Kollegiums und den eigenverantwortlichen
Unterricht von Lehramtsanwärtern ließ sich
der Unterrichtsbedarf mühsam und annähernd
erfüllen.
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Zur
weiteren Entlastung der Grundschule Bonifatius -
diese verzeichnete 1972 insgesamt 216 Zugänge,
darunter 140 Lernanfänger - wurde der Schulbezirk
Marienloh nochmals um verschiedene Straßenzüge
in der Stadtheide erweitert. Dadurch stieg an der
Grundschule Marienloh die Kinderzahl auf 234. Mit
der Zuweisung von 2 Lehrkräften konnten hier
nun 7 Klassen gebildet werden, so dass nach der damaligen
Laufbahnordnung die bisherige Hauptlehrer Planstelle
in die eines Volksschulrektoren angehoben wurde.
Der nach Fertigstellung der Turnhalle nicht mehr
benutzte provisorische Gymnastikraum im Kellergeschoß musste
wieder zum Behelfsklassenraum mit der entsprechenden
Einrichtung umfunktioniert werden. Zusammen mit den
beiden Pavillonklassen auf dem Schulhof standen damit
6 Unterrichtsräume zur Verfügung.
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Zu
Beginn der 70er Jahre zogen Gruppen von Spätaussiedlern
aus der UdSSR in die Stadtheide zu. In diesen Großfamilien
war deutsch, wenn auch nicht gänzlich akzentfrei,
die Umgangssprache, so dass für jüngere
Kinder die Einschulung relativ problemfrei war. Schwierig
war dagegen, dass auch ältere Kinder in die
Grundschulen eingewiesen wurden, um sie überhaupt
in das hiesige Schulwesen integrieren zu können.
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Das
Anwachsen der Schülerzahlen im Ballungsraum
Paderborn hielt an und am 1. August 1973 standen
in Marienloh 85 Lernanfänger zur Einschulung
an. Aufgrund der jetzt verbindlichen Messzahl von
maximal 40 Kindern je Grundschulklasse mussten diese
in 3 Parallelklassen aufgeteilt werden. Schon wegen
der in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen sollte,
so es irgend möglich war, der leidige Nachmittagsunterricht
vermieden werden. Zudem wäre der Einsatz zusätzlicher
Schulbusse ein Kostenfaktor für den Schulträger
geworden. Hier bot sich eine Lösung mit der
Organisation von so genannten "Wanderklassen" an.
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Da
die Stundentafel nicht für alle Jahrgänge
die gleiche Wochenstundenzahl forderte, wanderten
einige der nunmehr 9 Klassen mit ihren Unterrichtsmaterialien
von Raum zu Raum. Das verursachte zwangsläufig
einige Unruhe und führte zu einem ungewohnten
Geräuschpegel im Hause. Zur Erleichterung dieser
Situation trug bei, dass das 1971 am Friedhof aufgestellte
Pfarrheim von den Wanderklassen benutzt werden konnte.
Dass diese Form von Unterrichtsorganisation nicht
allein in Marienloh praktiziert werden musste, ist
belegt durch den Begriff "Wanderklasse",
der damals Eingang in die Rubriken der amtlichen
Statistik fand.
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Mit
der Besetzung der siebten Lehrerplanstelle schrieb
die Bezirksregierung eine Konrektor/innenstelle für
die Grundschule in Marienloh aus. Zur ersten Konrektorin
wurde mit Wirkung vom 22.3.1974 die Lehrerin Anna-Theres
Kuhlmeier aus Paderborn ernannt. Um die Klassenbildung
und die Ermittlung der erforderlichen Lehrerstellen
den Gegebenheiten an der einzelnen Schule zweckgerechter
anpassen zu können, wurde 1973 die so genannte
Schüler-Lehrer-Relation eingeführt. Seither
werden die Klassen, ausgehend von Klassenfrequenzrichtwerten,
Klassenfrequenzhöchstwerten und Klassenfrequenzmindestwerten
gebildet. Die Klassenrichtzahl, das ist die zulässige
Anzahl der Klassen, wird dadurch ermittelt, dass
die Schülerzahl durch den Klassenfrequenzrichtwert
geteilt wird.
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War
1973 der Klassenfrequenzrichtwert mit 33 festgesetzt,
so beträgt er derzeit 24. Innerhalb einer Bandbreite
von 15 (Mindestwert) und 30 (Höchstwert) kann
die Grundschule bei der Klassenbildung von den Klassenfrequenzrichtwerten
abweichen. Auf den normalen Unterrichtsbedarf der
Schule sich beziehend erfolgt die Errechnung der
Zahl der Lehrerstellen. Zur Ermittlung dieser Grundstellenzahl
wird die Schülerzahl durch die Relation "Schüler
je Stelle" geteilt. Diese Relation beträgt
für die Grundschule derzeit 25,3, und wird bei
der Zuweisung der Lehrkräfte auf eine Dezimalsteile
auf- oder abgerundet. Auf der Basis des wöchentlichen
Pflichtstundensolls des Vollzeitlehrers von 28 Stunden
gleich 28/28, bei Teilzeitkräften entsprechend
vermindert, ergibt sich dann die Zuweisung von Lehrkräften.
Mit dieser Regelung hat die einzelne Schule deutlich
an Bewegungsraum in der Stundenplangestaltung und
bei der Umsetzung besonderer pädagogischer Vorhaben
gewonnen.
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Der
Ausbau der Grundschule
Die ursprünglich vom Schulausschuss der Stadt vertretene Absicht,
aufgrund der Einwohnerzahlen und der vorhandenen Schulräume die
Grundschule in Marienloh einzügig zu halten, wurde in den 1970er
Jahren von der allgemeinen Entwicklung überholt. Sowohl die im Ort
wie auch in der Stadtheide sich ausweitende Bautätigkeit und der
Anstieg der Einschulungszahlen machten eine Änderung der städtischen
Schulplanung unumgänglich. Durch entsprechende Baumaßnahmen
sollte nun die Grundschule Marienloh zu einem zweizügigen System
erweitert werden. Nach einer Schulbereisung im April 1974 stimmte der
Schulausschuss der von dem städtischen Hochbauamt vorgelegten Bauplanung
zu. Diese sah die Erstellung von 5 Klassenräumen zu je 62,5 m² Grundfläche,
zwei Mehrzweckräume zu je 82 m², einen Lehrmittelraum, einem
Lehrerzimmer sowie Diensträume für den Schulleiter, die Konrektorin
und ein Schulsekretariat vor. Eine offene Pausenhalle, Stundentoiletten
und ein Putzmittelraum ergänzten das Ausbauprogramm.
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Am
7. Januar 1975 begann die Firma Kleinschlömer
mit den Erdarbeiten für den Erweiterungsbau,
der unter Aufgabe des dort befindlichen Lehrergartens
zwischen dem Altbau und der Bahntrasse geplant war.
Zu Ostern stand bereits der Rohbau, und ohne größere
Störungen konnten der weitere Ausbau und dann
die Einrichtung der Räume zügig abgewickelt
werden, so dass bereits am l8. Dezember des Jahres
mit dem Einzug begonnen werden konnte. Damit gehörte
die Misere der Zeit der Wanderklassen der Vergangenheit
an. Auch die Pavillonklassen auf dem Schulhof konnten
geräumt, und später an die Kreishandwerkerschaft
abgegeben werden. Dem Umstand zufolge, dass der große
Kellerraum im Altbau nicht die für Unterrichtsräume
vorgeschriebene Raumhöhe aufweist, wurde er
bei dem Baugenehmigungsverfahren nicht in das offizielle
Raumprogramm einbezogen.
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Hier
konnte nun mit großzügiger Unterstützung
durch die Stadt ein mustergültig ausgerüsteter
Werkraum eingerichtet werden. Die im Neubau entstandenen
beiden Mehrzweckräume wurden als Musik- und
als Kunstraum mit dem entsprechenden Mobiliar und
Inventar ausgestattet. Das Schulverwaltungsamt bezifferte
die Baukosten mit 1.211.000 DM, zu denen weitere
120.000 DM für die Einrichtung hinzukamen.
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Nach
dem Abschluss der Bauarbeiten unterzog das städtische
Bauamt den Altbau einer gründlichen Renovierung
und Ergänzung, sowie der Erneuerung des Außenanstrichs.
So wurde das ursprüngliche Lehrer-, dann Schulleiterzimmer
zum Elternsprechraum, und das 1971 in der Halle des
Altbaues erstellte Lehrerzimmer zum Dienstraum für
den Hausmeister, und die alten Klassenräume
erhielten einen Wasseranschluss. In einem von dem
Kollegium und den Kindern gestalteten festlichen
Rahmen übergab dann Bürgermeister Schwiete
am 23. Juni 1976 den Neubau und den rundum renovierten
Altbau der Öffentlichkeit. Der Marienloher katholische
Pfarrer Trinn und der für den Stadtteil zuständige
evangelische Pastor Ködding aus Bad Lippspringe
hatten zuvor die Räumlichkeiten gesegnet.
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Um
ihre schwerkranke Mutter besser pflegen zu können,
hatte Frau Kuhlmeier 1977 den Antrag auf eine Teilzeitbeschäftigung
gestellt. Die Bezirksregierung lehnte den Antrag
ab, da nach der damaligen Gesetzeslage Funktionsträger
(Konrektorin) ausschließlich als Vollzeitlehrkräfte
eingesetzt werden durften. Frau Kuhlmeier blieb nur
der Verzicht auf ihr Amt, und am l6. Januar 1978
folgte ihr Frau Hedwig Bruski als Konrektorin.
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Unmittelbar
nach dem II. Weltkrieg waren erstmals überhaupt
in allen Schulformen des Landes aus der Elternschaft
Vertreter gewählt worden, die in Klassenpflegschaften
und der Schulpflegschaft die Belange der Kinder und
der Erziehungsberechtigten wahrnahmen. Mit Wirkung
vom 1. August 1978 trat ein neues Schulmitwirkungsgesetz
in Kraft, dessen Ziel es war, die Mitarbeit der Elternschaft
am Schulleben zu intensivieren. Kernstück des
Gesetzes ist die Schulkonferenz, paritätisch
mit Eltern und Lehrern besetzt. Vom Gesetz bestimmter
Vorsitzender ist der Schulleiter, der die lediglich
in Pattsituationen stimmberechtigt ist.
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Ein
Mitwirkungskatalog legt die Sachgebiete
fest, in denen die Schulkonferenz entscheidungskompetent
ist. Zu den wesentlichen Aufgaben der
Konferenz zählen die Verwendung
der Haushaltsmittel der Schule, die
Auswahl einzuführender Lehr- und
Lernmittel, sowie der Mitgestaltung
des innerschulischen Klimas. Der Schulleiter
ist gehalten, die Beschlüsse der
Schulkonferenz umzusetzen.
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Abb.
Nr. 9
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Kollegium
der Grundschule Marienloh 1986
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Selbst
in den Kriegs- und Notjahren war es aus hygienischen
Gründen selbstverständlich gewesen, täglich
die Klassen- und Toilettenräume sowie die Abfallkörbe
in den Schulen zu reinigen. Ergänzt wurde das
Reinigungsprogramm durch die in den Ferien stattfindenden
Grundreinigungen. Ungeachtet der nachdrücklichen
Proteste von Schulleitungen und aus der Elternschaft
setzte die Stadtvertretung 1983 durch, dass zur Einsparung
von Haushaltsmitteln die Schulen fortan nur noch
an jedem zweiten Tag gereinigt werden.
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In
der Busdorf Stiftungsurkunde, am 25.
Mai 1036 in Paderborn von Bischof Meinwerk
unterzeichnet, ist unter anderen ein
Vorwerk Benedeslo genannt. Aus Benedeslo
wurde später der Ortsname Marienloh.
Das Jahr 1986 stand über Wochen
in den Vorbereitungen für die
Festtage zum 950-jährigen Ortsjubiläum,
die Anfang Oktober vom ganzen Stadtteil
begangen wurden.
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Abb.
Nr. 10
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Festumzug
1986 (v.l. Frau Zemelka, Frau Kuhlmeier,
Frau Wibbeke)
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Zur
Einstimmung in das Jubiläum hatte das Kollegium
ein heimatkundliches Suchspiel zusammengestellt,
das auch in den Elternhäusern ein erfreuliches
Echo fand. Zu einem besonderen Erlebnis für
alle Kinder im Stadtteil wurde dann die öffentliche
Prämierung der besten Ergebnisse in der Schützenhalle,
der Spitzenpreis war ein gestiftetes Fahrrad. Alle
Jahrgänge der Grundschule hatten sich intensiv
auf die Teilnahme an dem gut 3 km langen Festzug,
der am 5. Oktober 1986 bei optimaler Wetterlage
Tausende von Besuchern auf die Straßen brachte.
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Am
15. Juli 1987 verabschiedeten Schulrat Gottschol,
die Schulkinder und die Schulgemeinde Rektor Henner
Schmude nach 20-jähriger Tätigkeit in Marienloh
in den Ruhestand. Als Nachfolgerin nahm am l.8.1987
die Rektorin Heidrun Spieker ihren Dienst an der
Grundschule Marienloh auf. Zum Beginn des Schuljahres
1977/78 war die teilweise 5 Tagewoche eingeführt
worden.
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Damit
fiel an jedem zweiten Sonnabend der Unterricht aus.
Auf eine Initiative aus der Elternschaft hin hatte
die Schulkonferenz am 25. April 1988 mehrheitlich
die Einführung der vollen 5 Tagewoche beschlossen.
Obwohl im Schulausschuss der Stadt und von der Schulaufsicht
grundsätzliche und erhebliche Bedenken gegen
diesen Schritt geäußert wurden, begann
ab dem 1. August 1988 an der Grundschule Marienloh
die volle 5 Tagewoche. "In Zusammenarbeit mit
der Elternschaft wird das 1. Schulfest am 3. Juni
mit großem Erfolg gefeiert.
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Ein
besonderer Dank geht an die unermüdliche Einsatzbereitschaft
aller Beteiligten: Kinder, Eltern und Lehrer",
hält die Schulchronik für das Berichtsjahr
1989 fest. Aus der praktisch bewährten Zusammenarbeit
mit der Elternschaft heraus entsteht noch im selben
Jahr ein Förderverein für die Grundschule.
In demselben Schuljahr hält mit der Anschaffung
eines Personal Computers für das Schulsekretariat
die Internet-Technik ihren Einzug in die hiesige
Schule. Ab Oktober 1994 waren dann landesweit alle
Schulen mit einheitlichen PC ausgestattet und 'on
line' mit dem Schulministerium in Düsseldorf
vernetzt.
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Zum
Beginn des Schuljahres 1970/71 war erstmals ein Kind
von in der Füllersheide wohnenden türkischen
Gastarbeitern in Marienloh eingeschult worden. Im
Verlauf der nächsten Jahre hatte dort und auch
in Marienloh die Zahl der Familien türkischer
Herkunft ständig zugenommen. Damit wuchs die
Zahl der türkischen Kinder im Bezirk der Grundschule
Marienloh. Zum Schuljahr 1983/84 hatte ihre Zahl
36 erreicht. Zur Betreuung dieser Kinder wurde 1983
der türkische Lehrer O. Kaya nach Marienloh
abgeordnet. Stellenplanmäßig an der Hauptschule
in Bad Lippspringe geführt, erteilt Herr Kaya
den 'Muttersprachlichen Unterricht' bis zu seiner
Pensionierung am 31. Juli 2002. Danach wurde der
Muttersprachliche Ergänzungsunterricht in der
Bonifatius Grundschule nachmittags weitergeführt.
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Mit
dem Ende des "Kalten Krieges" zu Beginn
der 1990 er Jahre hatte eine Migrationswelle nach
Mitteleuropa eingesetzt, deren Auswirkungen auch
Marienloh erreichten. So stammten 1991 von den die
Grundschule Marienloh besuchenden 217 Kindern 23
aus Polen, 20 aus Russland, 26 waren türkischer
Herkunft und 6, deren Eltern Asylbewerber waren.
Viele dieser Kinder hatten ein besonderes Problem
der Zuwanderung, die Sprachbarriere, erst noch zu überwinden. "Allein
im 1. Schuljahr haben von den 63 Kindern 21 nur geringe
oder auch zum Teil keine deutschen Sprachkenntnisse" beschreibt
die Schulchronistin Spieker 1991 die für alle
in den Klassen missliche Situation. Um den betroffenen
Kindern Erleichterung zu verschaffen, konnte aufgrund
eines neuen Erlasses eine besondere Förderklasse
eingerichtet werden.
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Die
in Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Schulträger
durchgeführte Umgestaltung des Schulhofes fand
im Juni 1992 ihre besondere Anerkennung mit der Vergabe
des ersten Preises in dem Wettbewerb "Mehr Natur
in die Stadt". Seit 1955 befanden sich die Schultoiletten
im Kellergeschoss. Das war schon wegen der Aufsichtsfrage
in den Pausen dort stets problematisch gewesen. Nachdem
bislang Versuche einer Umlegung der Toiletten auf
dem Schulhof gescheitert waren, konnte in den Osterferien
1992 mit der Erstellung der Außentoiletten
diese leidige Situation beendet werden. Fortan dienen
die alten Kellertoiletten lediglich noch als Stundentoilette.
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Die
zum 1. August 1997 bereits in Marienloh aufgenommene
Einführung der bis in die Gegenwart hinein umstrittenen
Reform der Rechtschreibung nach Duden wurde zum Schuljahr
1998/99 als verbindlich für alle Schulformen
angeordnet. Im Jahr darauf erfolgte die Einrichtung
einer Betreuungsgruppe "Schule von acht bis
eins". Eine eigens hierfür eingestellte
Kraft, Frau Kretschmer, betreut in dieser Gruppe
die Kinder, deren planmäßiger Unterricht
entweder später als um acht Uhr beginnt oder
früher endet als um 13.00 Uhr.
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Nach
mehr als zwanzigjähriger Schularbeit in Marienloh
war am 16. Juli 1991 die Lehrerin Anna-Theres Kuhlmeier
durch Schulrat Westemeyer in den Ruhestand verabschiedet
worden. Frau Kuhlmeier war die Pädagogin schlechthin,
anerkannt von den Kindern und er Elternschaft, hochgeschätzt
im Kollegium. "Sie hatte für jedes Problem
und Problemchen ein Trostpflaster", urteilt
die Schulchronistin Spieker über Frau Kuhlmeier.
Ihre Planstelle war zum 1.8.91 mit dem Lehrer Jan-Peter
Heikes besetzt worden. Seit Herr Heikes im August
2002 zur Grundschule Sande versetzt wurde, ist das
Kollegium wieder ohne männliche Lehrkraft.
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Nachdem
Frau Kuhlmeier 1977 aus persönlichen Gründen
ihr Amt als Konrektorin aufgegeben hatte, war Frau
Bruski als Konrektorin nachgefolgt. Zum Ende des
Schuljahres 1998/99 wechselte Frau Bruski zur Grundschule
Benhausen. Als Nachfolgerin im Amt wurde Frau Christiane
Weiner zum 1. Februar 2000 nach Marienloh versetzt.
Im gleichen Jahr, am 21.12.2000, erfolgte die offizielle
Verabschiedung von Frau Rektorin Spieker in den Vorruhestand.
Mit Wirkung vom 1. August 2001 wurde Frau Christa
Berke mit der Wahrnehmung der Schulleiterfunktion
beauftragt, und zum 10.1.02 erfolgte ihre Ernennung
zur Rektorin.
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Auf
ihre Bewerbung hin wurde Frau Weiner zum Schuljahresbeginn
2003/04 als Schulleiterin zur städtischen Grundschule
Georg in Paderborn versetzt. Ab dem l. August 2004
trat Frau Stiehm ihre Nachfolge als Konrektorin an.
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In
der mehr als zweihundertjährigen örtlichen
Schulgeschichte haben drei Lehrer - Hermann Müller
1770 – 1802, Karl Fischer 1846 -1878 und Anton
Keck 1878 - 1908 - dreißig oder mehr Jahre
in Marienloh unterrichtet. Auf eine bislang 33-jährige
Tätigkeit im Ort kann Frau Hildegard Funk in
diesem Jahr zurückblicken. Seit dem 1. August
1972 arbeitet sie zuverlässig und stets hilfsbereit
als Lehrerin an der Grundschule Marienloh. Ein Jubiläum,
dem ein besonderer Dank und Anerkennung für
die geleistete Arbeit gebührt.
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Im
Schuljahr 2004/05 besuchen 188 Kinder die Grundschule
Marienloh, die in 8 Klassen geführt werden.
Dem Kollegium gehören 4 Lehrkräfte mit
Vollzeitbeschäftigung und 6 mit Teilzeitbeschäftigung
an sowie seit dem 01.02.05 eine Lehramtsanwärterin.
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Jubiläen
wie das diesjährige geben den
Anlass zu Festlichkeiten. Zugleich
können sie zum Nachdenken über
den eigenen Standort anregen. Veränderungen
sind Grundbestandteile des Lebens,
das bezieht das Bildungswesen und die
Schulen ein. Allen, die heute und in
Zukunft in der Schule in Marienloh
lernen oder lehren sind auch weiterhin
die Kraft und das Gottvertrauen zu
wünschen, mit denen sie den Herausforderungen
ihrer Zeit gerecht werden können.
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Abb.
Nr. 11
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Hier
ein aktuelles Foto des Kollegiums
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Quellen:
Schulchronik Marienloh Bände I, II und III; Stadtarchiv Paderborn
Verordnungsbuch Volksschule Marienloh; Nachlass Friedel
Gemeindechronik Marienloh Bände I, II, III; Stadtarchiv Paderborn
Unterlagen und Daten der Grundschule Marienloh, 2004
NRW Staatsarchiv Detmold; M l II B Nr. 694
NRW Staatsarchiv Münster; Fbm Paderborn, Edikte Band 15
Stadtarchiv Paderborn H M 4
Instruction für Schullehrer vom 31.12.1826; Sonderdruck 1828 Minden
Friedel, Joseph, Abschriften und Eingaben; Nachlass Friedel
Koch, Josef, Chronik der Pfarrkirche Neuenbeken in Schriftenreihe des Heimatvereins
Neuenbeken Nr. 4 1982
Meyer, Engelbert, Hg. Bendeslo - Marienloh 1036-1986; Paderborn 1986
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